Kritik an Westerwelle: "Viel Rhetorik, wenig Substanz"
zuletzt aktualisiert: 07.01.2011 - 10:12Düsseldorf (RPO). Der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn hat die Rede von Parteichef Guido Westerwelle auf dem Dreikönigstreffen in Stuttgart in deutlicher Form kritisiert. Lob gab es hingegen von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler und der Bayern-FDP.
Dem "Wiesbadener Kurier" sagte der hessische FDP-Vorsitzende Hahn, er vermisse vor allem Aussagen darüber, wie die FDP aus ihrem Umfragetief herauskommen könne. "Das kann nicht alles gewesen sein", wird der hessische Justizminister zitiert, "das darf nur der erste Teil der Rede gewesen sein".
Hahn sagte, Westerwelles Rede am Donnerstag in Stuttgart sei als Zustandsbeschreibung der Partei sehr gut gewesen. Doch habe ein wesentlicher Teil gefehlt, fügte er mit Bezug auf die Strategie zur Überwindung des Umfragetiefs hinzu.
Kritisch äußerte sich auch der Mainzer Parteienforscher Jürgen Falter. Er bewertete Westerwelle Auftritt mit den Worten: "Viel Rhetorik, wenig zukunftsorientierte Substanz". Ein Aufbruch zu neuen Ufern sei nicht zu spüren gewesen. "Alles, was Westerwelle und FDP in der Koalition bisher gemacht haben, ist seiner Auffassung nach gut", kritisierte der Politikwissenschaftler weiter.
"Fulminante Rede"
FDP-Fraktionsvize Miriam Gruß und Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler habendie Rede von Parteichef Guido Westerwelle beim Dreikönigstreffen gelobt. "Es war eine fulminante Rede, die viele begeistert und überzeugt hat und die gezeigt hat, dass Guido Westerwelle der Mann an der Spitze der FDP ist", sagte die bayerische Generalsekretärin Griß am Freitag im Bayerischen Rundfunk.
Den Eindruck vieler Beobachter, Westerwelle sei ein Vorsitzender auf Abruf, wies sie zurück. Westerwelle sei ein "hervorragender Wahlkämpfer". Gruß betonte: "Ich bin überzeugt, dass wir mit ihm eine hervorragende Führungsfigur haben, die in die nächsten Landtagswahlen einziehen wird, und nach den Wahlen wird Bilanz gezogen wie nach jeder Wahl, und von daher gilt es abzuwarten."
Zu den schlechten Umfragewerten sagte Gruß: "Es liegt an den hohen Erwartungen, die die Bürger an uns geknüpft haben." Zudem habe die Bundesregierung "bis Mitte des Jahres keine gute Performance abgeliefert".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum