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Parade: Volker Beck zeigt sich mit Warschauer Schwulen solidarisch

zuletzt aktualisiert: 10.06.2006 - 16:28

Warschau (rpo). Es ist genau zwei Wochen her, dass der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, bei einer Schwulen-Demo in Moskau zusammengeschlagen wurde. Doch er lässt sich nicht unterkriegen - und ist heute in Warschau wieder dabei.

Mehr als 5000 Menschen haben am Samstag bei der jährlichen Schwulenparade in Warschau für mehr Toleranz und Rechte demonstriert. Der so genannte "Marsch der Gleichheit" begann vor dem Parlamentsgebäude in der polnischen Hauptstadt. Aus Deutschland nahmen die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth, die Fraktionsvorsitzende Renate Künast und Volker Beck teil. Eine geplante Gegendemonstration einer rechtsgerichteten Jugendorganisation wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Roth sagte, ihre Teilnahme sei ein Zeichen für Demokratie in Europa. "Wir wollen nicht in ein Ghetto gedrängt werden", erklärte die Studentin Ania Kurowicka aus Warschau. "Wir wollen nicht öffentlich als unnormal, krank oder kriminell bezeichnet werden", forderte die 21-Jährige weiter. "Und wir wollen nicht, dass junge Leute glauben es wäre in Ordnung, Steine gegen uns zu werfen, nur weil wir anders sind". An der Spitze des Zugs fuhr ein Lastwagen mit einem Plakat, auf dem zu lesen war "Homophobie tötet".

Die Organisatoren der Parade wollten nach eigenen Angaben auf die Probleme von Schwulen und Lesben im überwiegend katholischen Polen aufmerksam machen. Der frühere Warschauer Bürgermeister und heutige Staatspräsident, Lech Kaczynski, hatte den Marsch in den vergangenen beiden Jahren verboten und erklärt, die Veranstaltung gefährde die Zivilisation. Tausende Schwule und Lesben gingen aber trotz des Verbots auf die Straße und wurden teilweise mit Eiern und Steinen beworfen.

Quelle: ap

 
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