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Bezugsdauer von 28 Monaten bei Teilzeitarbeit: Von der Leyen will Elterngeld verlängern

zuletzt aktualisiert: 24.04.2009 - 17:19

Berlin (RPO). Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat eine Verlängerung des Elterngelds ins Gespräch gebracht. Nach den Vorstellungen der Ministerin könnten Paare die Leistungen bis zu 28 Monate lang erhalten, wenn sie währenddessen in Teilzeit arbeiten.

Für ihre Initiative erhielt sie am Freitag Zustimmung nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch aus der Opposition, die entsprechende Forderungen schon seit längerem stellte.

"Viele Väter, die sich in Zeiten der Krise nicht trauen, ganz auszusteigen, könnten statt zwei voller Vätermonate vier halbe nehmen", sagte die CDU-Politikerin laut "Bild"-Zeitung. "Sie arbeiten halbtags und bekommen das halbe Elterngeld. Die Mütter können es genauso machen, so dass Vater und Mutter zusammen auf bis zu 28 Monate kommen können." Das gebe beiden Elternteilen die Möglichkeit, Zeit mit ihrem Kind zu verbringen und im Beruf zu bleiben.

In Zeiten der Wirtschaftskrise müsse sich Familienpolitik "auf das Wesentliche konzentrieren: Armut verhindern", fordert sie. Diese verhindere man am besten mit Arbeit. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sei es von Vorteil, wenn Familien sich nicht nur auf ein Einkommen verließen. In jeder fünften Familie sei mittlerweile die Frau die Hauptverdienerin.

Auch Arbeitgeber profitieren

Von der Leyens Sprecher machte darauf aufmerksam, dass auch die Arbeitgeber von einer solchen Neuregelung profitierten. Sie erhielten sich das Know-how ihres Angestellten während der Elternzeit und sparten sich die Kosten für seine Wiedereingliederung. Die Arbeitnehmer behielten den Kontakt zu ihrem Beruf, wenn sie Teilzeit arbeiteten.

Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Johannes Singhammer, nannte die Initiative begrüßenswert. Er fügte hinzu: "Wir wollen das Elterngeld aber auch im Hinblick auf eine Ausweitung der Vätermonate ohne zeitliche Verkürzung des Elternzeitraums überprüfen."

Skeptisch äußerte sich die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag, Kerstin Griese (SPD). "Gleichzeitige Teilzeitarbeit und Streckung des Elterngeldbezugs auf bis zu 28 Monate sind bereits heute möglich. Wenn die Ministerin will, dass das finanziell besonders gefördert wird, muss sie sagen, was das kostet", sagte Griese dem "Münchner Merkur" (Samstagausgabe).

Mehrkosten noch nicht absehbar

Von der Leyens Sprecher zufolge sind die Mehrkosten noch nicht absehbar, weil noch ermittelt werden müsse, wie viele Väter unter den neuen Bedingungen zusätzlich Elternzeit in Anspruch nehmen würden. Den Unterschied zur jetzigen Teilzeitregelung beschrieb er mit den Worten: "Man hat länger mehr Geld in der Tasche."

FDP und Grüne stellten heraus, dass die flexiblere Ausgestaltung des Elterngeldes von ihnen schon lange gefordert worden sei. Die familienpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Ina Lenke erklärte: "Die FDP kritisiert seit langem, dass Eltern, die gemeinsam ihr Kind erziehen und deshalb von der Vollzeit in die Teilzeit gehen, nur den Anspruch auf die Hälfte des Elterngeldes haben." Die familienpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Ekin Deligöz, mahnte eine schnelle gesetzliche Umsetzung an. Dabei sei zu prüfen, welche Anreize es besonders für die Teilzeitarbeit der Väter gebe. "Denn sonst droht die Änderung zu einer Mütter-Teilzeitregelung zu werden."

Quelle: AP

 
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