Elterngeld-Debatte neu eröffnet: Von der Leyen will mehr Vätermonate
zuletzt aktualisiert: 26.04.2008 - 13:27Hamburg (RPO). Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will, dass Väter in Zukunft länger ihren Beruf aussetzen, um ihre Kinder zu betreuen. Als Anreiz dafür plane sie eine entsprechende Änderung des Elterngeldes, sagte sie in einem Interview. Danach sollen nur die Familien das volle Elterngeld erhalten, in denen die Väter mehr als zwei Monate Elternzeit nehmen.
"In der nächsten Legislatur wird die Zeit reif sein, die Väterkomponente auszuweiten", sagte von der Leyen dem nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Ein von ihr eingesetzter Beraterkreis aus Wissenschaftlern habe sich dafür ausgesprochen, die Zahl der Vätermonate zu erhöhen. "Das unterstütze ich voll und ganz", so die Ministerin.
Die CDU-Politikerin nimmt damit erneut einen Konflikt mit ihrer eigenen Partei in Kauf. Schon die jetzt geltende Väterzeit hatte für heftige Kritik in der Union gesorgt und war als "Wickelvolontariat" verspottet worden. Derzeit wird das Elterngeld 14 Monate lang gewährt - allerdings nur dann, wenn sich auch der andere Elternteil, meist der Vater, mindestens zwei Monate um das Kind kümmert und den Beruf solange teilweise oder ganz aufgibt.
Wie viele Vätermonate es künftig geben könnte, ließ von der Leyen offen. Sie begründete ihre Initiative mit den Anliegen vieler junger Väter. Zwei Drittel wünschten sich, der Erzieher und nicht nur der Ernährer ihres Kindes zu sein: "Die Zeit ist reif, den Vätern noch mehr den Rücken zu stärken."
Die Ministerin präsentierte erstmals Berechnungen, wonach die Geburtenziffer in Deutschland im vergangenen Jahr stark gestiegen sei. "Wir hatten 2007 zum ersten Mal seit Jahren keinen Geburtenrückgang mehr, sondern mit 1,45 die höchste Geburtenrate seit der Wiedervereinigung. Das zeigt, dass unser Weg richtig ist", sagte von der Leyen.
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