Merkel bildet Regierung um: Von der Leyen wird Arbeitsministerin
zuletzt aktualisiert: 27.11.2009 - 18:00Berlin (RPO). Familienministerin Ursula von der Leyen wird neue Arbeits- und Sozialministerin. Sie löst nach dem Willen von Kanzlerin Angela Merkel Franz Josef Jung ab, der am Freitagmittag wegen der Vertuschungsaffäre in seiner Zeit als Verteidigungsminister zurückgetreten war.
Als neue Familienministerin wolle sie die hessische Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler berufen, teilte Merkel am Abend nach mehrstündigen Beratungen im Kanzleramt mit.
Die künftige Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) freut sich auf ihre neue Aufgabe. "Ich bin mir der Verantwortung einer Arbeits- und Sozialministerin gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sehr bewusst." Die wirtschaftliche Lage sei schwierig, die Auswirkungen der Krise auf dem Arbeitsmarkt "drückend spürbar" und es stünden wichtige und komplexe Reformen an. "Ich werde mich mit aller Kraft für die anstehenden Aufgaben einsetzen", versicherte von der Leyen. Ihren Vorgänger Franz Josef Jung (CDU) würdigte sie "als integeren und verlässlichen Menschen", dessen Rücktritt als Arbeitsminister sie bedauere.
Merkel nutzte den Rücktritt Jungs bereits zur ersten Regierungsumbildung nach knapp einem Monat Amtszeit des neuen schwarz-gelben Kabinetts. Sowohl der Wechsel der populären Niedersächsin von der Leyen ins Arbeitsressort als auch die Berufung der bundespolitisch bislang unbekannten erst 32 Jahre alten Köhler gelten als faustdicke Überraschungen. Sie wird die jüngste Bundesministerin im zweiten Kabinett Merkels.
Die Kanzlerin würdigte den Rücktritt Jungs, mit dem dieser Schaden von der Bundeswehr abwende. Der 60-Jährige sei "ein geradliniger und feiner Mensch". Er hatte die Konsequenzen aus schweren Informationspannen nach der Bombardierung von zwei entführten Tanklastwagen in Afghanistan gezogen.
Die 51-Jährige von der Leyen gilt als politisches Schwergewicht und Vertraute Merkels. Sie sei als ehemalige niedersächsische Arbeitsministerin und auch durch ihre vierjährige Arbeit als Familienministerin für das Arbeitsressort bestens geeignet.
Die Wiesbadener Abgeordnete Köhler habe sich bislang um andere Themen wie Integration gekümmert, als Soziologin bringe sie aber Qualifikationen für das Familienressort mit. Köhler gehört dem Bundestag bereits seit 2002 an. In Unionskreisen waren zuvor zahlreiche andere Kandidaten als mögliche Jung-Nachfolger genannt worden.
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