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Faulster Bundestagsabgeordneter?: Vorwürfe gegen Bismarcks Ur-Urenkel

zuletzt aktualisiert: 07.05.2007 - 17:59

Oststeinbek (RPO). Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carl-Eduard Graf von Bismarck gerät immer mehr unter Druck. Die Junge Union hat den Rücktritt des Ur-Urenkels des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck gefordert. Der CDU-Politiker sei bei keiner wichtigen Abstimmung im Bundestag anwesend gewesen und zeige auch in seinem Wahlkreis wenig Präsenz.

"Seine ständige Abwesenheit im Bundestag und im Wahlkreis sowie zahlreiche nicht gehaltene Versprechen können weder die Mitglieder der JU noch die Bürger länger ertragen", erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union (JU) Stormarn, Christopher Voigt, am Montag im südholsteinischen Oststeinbek.

Nicht bei einer wichtigen Abstimmung im Bundestag sei Bismarck anwesend gewesen, ob Gesundheitsreform oder Tornado-Einsatz. "Nachdem es bereits längere Zeit parteiintern brodelte, weil Herr von Bismarck seine Aufgaben in renitenter Weise nicht wahrnahm und alle Versuche, an sein Verantwortungsbewusstsein zu appellieren scheiterten, ist nun das Maß voll", sagte der JU-Kreisvorsitzende Sebastian Bigdon.

Von Bismarcks Inaktivität sei für die JU nicht mehr erträglich und hinnehmbar. Er sei im Bundestag, um Politik zu machen und nicht zum Selbstzweck.

Medienberichten zufolge versäumt der Ur-Urenkel des Reichskanzlers immer wieder wichtige Bundestagssitzungen, meidet die Gremien seiner Partei, ist in seinem Wahlkreis nicht präsent und beantwortet keine Bürgeranfragen. Am Sonntag habe Bismarck erneut nicht an einem Kreisparteitag der CDU in Mölln teilgenommen. Von Seiten der Delegierten sei dies mit Buhrufen, Gelächter und Kopfschütteln kommentiert worden.

Einige Parteikollegen fanden dem Blatt zufolge deutliche Worte für den 46-Jährigen. Der CDU-Landesvorsitzende und schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen betonte in seinem Grußwort an den Möllner Parteitag die Verantwortung und den Dienstleistungsauftrag der Politik. "Das gilt auch für Bundestagsabgeordnete."

Der lauenburgische CDU-Kreisvorsitzende Klaus Schlie sagte: "Ich will deutlich sagen, dass Carl-Eduard von Bismarck seit anderthalb Jahren eigentlich an der Arbeit der Gremien der Kreis-CDU nicht mehr teilnimmt." Deshalb gebe es erheblichen Unmut in der Kreispartei sowie den Orts- und Amtsverbänden. Der Kreisschatzmeister fügte laut "Lübecker Nachrichten" hinzu, Bismarck leiste außerdem seit vielen Monaten entgegen allen Gepflogenheiten und Verabredungen keinerlei Zahlungen mehr an den Kreisverband.

Bismarck: "Ich war krankgemeldet"

Bismarck und sein Sprecher nannten Medienberichten zufolge ein Rückenleiden als Ursache für das Fehlen des Politikers. Bereits 2005 sei er deswegen in London und den USA behandelt worden. Zum aktuellen Fall sagte Bismarck laut "Bild"-Zeitung: "Ich war krankgemeldet".

Trotz seines Rückenleidens, das nach wie vor mit Reha-Maßnahmen intensiv behandelt werde, sei er glücklich gewesen, den ersten Geburtstag seines Sohnes mit seiner Frau und Freunden begehen zu können. Bismarcks Frau lebt Medienberichten zufolge in New York, wo sich der Politiker häufig aufhalten soll.

Der Graf war im Mai 2005 für Carstensen in den Bundestag nachgerückt. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl im September desselben Jahres hatte er dann mit knappem Vorsprung ein Direktmandat erlangt. Seit 2006 herrscht laut Medienberichten Unmut über ihn in der Partei.

Quelle: ap

 
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