Landtagswahl im Saarland hat begonnen: Wahl: Die Saarländer bleiben der Urne fern
zuletzt aktualisiert: 05.09.2004 - 14:48Saarbrücken (rpo). Deutschland schaut an die Saar: Die Saarländer haben die Wahl - und gerade die Sozialdemokraten schwitzen. Denn die Landatgswahl gilt auch als Stimmungsbarometer für die Bundespolitik. Die Grünen und die FDP zittern um den Einzug ins Landesparlament.
Bei der Landtagswahl zeichnet sich eine schwache Wahlbeteiligung ab. Bis 14 Uhr hatten nach Angaben des Landeswahlleiters 27,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der letzten Wahl im Jahr 1999 waren es zu diesem Zeitpunkt fast zehn Prozent mehr (37,6 Prozent). Auch bei der Briefwahl zeichnete sich eine geringere Beteiligung ab als 1999. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird gegen 22.00 Uhr erwartet.
Der amtierende Ministerpräsident Peter Müller (CDU) gab am Morgen in seinem Heimatort Eppelborn seine Stimme ab, sein Herausforderer Heiko Maas von der SPD ging in Saarlouis wählen.
Unter Müller hatten der CDU bei der letzten Wahl vor fünf Jahren 45,5 Prozent für die absolute Mehrheit der Mandate gereicht. Im Wahlkampf setzte die Partei ganz auf die Popularität des Regierungschefs. Nach Umfragen kann die CDU hoffen, diesmal mit über 50 Prozent auch die absolute Mehrheit der Stimmen zu erreichen.
Mit deutlichen Verlusten muss nach den Berechnungen der Demoskopen dagegen die SPD rechnen, die beim Machtwechsel 1999 noch mit 44,4 Prozent nur knapp auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Zuletzt wurde sie an der Saar jedoch nicht nur durch die bundesweite Schwäche der Bundespartei, sondern auch die Auftritte und Interviews des Ex-Vorsitzenden und früheren Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine in Bedrängnis gebracht. Chancen auf einen Einzug in das Landesparlament rechnen sich auch die Grünen und die FDP aus. Beide waren bei der letzten Wahl deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Insgesamt bewerben sich am Sonntag zehn Parteien um die Stimmen der Wahlberechtigten.
In Saarbrücken findet am Sonntag zugleich die Wahl des neuen Oberbürgermeisters statt. Der Posten ist seit zwei Jahren vakant, nachdem der SPD-Politiker Hajo Hoffmann wegen Vorwürfen der Untreue angeklagt und von seinem Amt suspendiert wurde. Nach seiner noch nicht rechtskräftigen Verurteilung in zweiter Instanz war Hoffmann schließlich im Frühjahr offiziell zurückgetreten und hatte damit den Weg zur Neuwahl frei gemacht. Als aussichtsreichste Bewerber für den Chefsessel in der Landeshauptstadt gelten Sozial-Staatssekretär Josef Hecken (CDU), die städtische Sozialdezernentin Charlotte Britz (SPD) sowie Bürgermeister Kajo Breuer (Grüne).
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