Kein Wort über Stoiber: Wahlkampf: Schröder entschuldigt sich
zuletzt aktualisiert: 27.08.2003 - 21:51Rosenheim (rpo). Mit einer Entschuldigung ist Bundeskanzler Gerhard Schröder in die heiße Phase des bayerischen Landtagswahlkampfes eingestiegen.
Die Debatte um notwendige Reformen sei "Kern der Schwierigkeiten in eurem Landtagswahlkampf", erklärte Schröder in der mit mehr als 2.000 Zuhörern völlig überfüllten Halle des Kultur- und Kongresszentrums im oberbayerischen Rosenheim. Es wäre jedoch verantwortungslos die Politik nur an Wahlterminen auszurichten, betonte Schröder.
Zugleich verzichtete der Kanzler bei der bisher größten Kundgebung im SPD-Landtagswahlkampf ausdrücklich auf Kritik am bayerischen Regierungschef Edmund Stoiber. Schröder betonte, dass er nicht vorhabe, den bayerischen Ministerpräsidenten zu beschimpfen und fügte hinzu: "Er verdient das auch nicht."
Der Bundeskanzler verteidigte stattdessen die Reformpolitik seiner Regierung: "Wir müssen den Mut haben, den Menschen zu sagen, dass ein 'Weiter so' nicht möglich ist." Dabei werde es die SPD nicht einfach haben "als Partei nicht und nicht als Regierung", fügte er hinzu.
Maget: "Stoiber ist zu feige"
Scharfe Kritik an Stoiber kam dagegen vom bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget. Er kritisierte erneut die Weigerung des bayerischen Ministerpräsidenten, sich einem Fernsehduell vor der Wahl am 21. September zu stellen. "Er drückt sich, der Herr. Er ist zu feige und zu herablassend dafür", sagte Maget.
Statt über Landespolitik zu sprechen, versuche Stoiber aus der Landtagswahl eine Wiederholung für seine verlorene Bundestagswahl zu machen: "Er wird niemals Bundeskanzler werden, auch nicht durch die Hintertür", betonte der SPD-Spitzenmann.
Vor allem in der Bildungspolitik warf der SPD-Spitzenkandidat Stoibers Regierung Versagen vor: Bayern habe von allen Bundesländern die niedrigsten Schulabschlüsse, die meisten Sitzenbleiber und die meisten Jugendlichen ohne Schulabschluss. "Es ist eine Schande, dass in keinem anderem Land der Bildungsabschluss so vom Einkommen der Eltern abhängig ist, wie in Bayern", sagte Maget. Kultusministerin Monika Hohlmeier schicke ihre eigenen Kinder lieber auf eine Privatschule ohne Notendruck und Sitzenbleiben, fügte Maget hinzu.
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