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Gesine Schwan: Warnung vor "explosiver Stimmung" verteidigt

zuletzt aktualisiert: 24.04.2009 - 10:19

München (RPO). Die SPD-Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten, Gesine Schwan, hat ihre Aussagen zu sozialen Unruhen wegen der Krise gegen Kritik verteidigt.

Schwan sagte dem Nachrichtenmagazin "Focus" (Online): "Ich rechne nicht mit brennenden Barrikaden. Wir haben aber in der gegenwärtigen Krise die Verantwortung, weder zu dramatisieren oder gar Ängste zu schüren, noch die Realität auszublenden."

Immer mehr Menschen seien über zunehmende Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft verärgert. "Wir müssen verhindern, dass die von vielen empfundene Enttäuschung zu einer explosiven Stimmung führen könnte."

Jetzt sei eine genaue Ursachenanalyse der Krise gefragt. Eine moralische Anklage von Managern oder einseitige Schuldzuweisungen seien dagegen nicht hilfreich. So sei es für Spitzenmanager schließlich schwer einzusehen, "dass sie vor kurzer Zeit noch Helden waren und jetzt Schurken sein sollen". Schwan betonte: "Ich habe keinen Anlass, das moralisch zu verurteilen."

SPD-Fraktionschef Peter Struck hat die Äußerungen der SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan über mögliche soziale Unruhen im Land kritisiert. "Es ist nicht gut, wenn wir davon reden, dass hier Unruhen ausbrechen könnten wie in Frankreich oder anderswo", sagte gegenüber unserer Redaktion.

"Das untergräbt die Bemühungen der Bundesregierung, die ja gerade alles tut, um die tiefe Krise für die Menschen abzumildern." Schwan hatte in einem Interview vor einer "explosiven Stimmung" im Land gewarnt, sollte sich die Wirtschaftslage nicht verbessern.

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt wies Warnungen der Gewerkschaften vor möglichen sozialen Unruhen infolge der Wirtschaftskrise zurück. Gerade in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise sei eine negative Stimmungsmache "äußerst schädlich", er der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt". Gesellschaftliche Verantwortungsträger sollten sich nicht "an wilden Spekulationen und wahltaktischen Manövern" beteiligen, sagte der Hundt.

Zur Ankündigung des von der NRW-SPD in die Bundesversammlung entsendeten Handball-Nationaltrainers Heiner Brand, sich bei der Bundespräsidenten-Wahl nicht auf sie festzulegen, sagte die SPD-Kandidatin: "Ich finde es richtig, dass die SPD Personen aufstellt, die eigene Auffassungen vertreten und sich selbst ein genaues Bild machen wollen." Um ein persönliches Gespräch habe Brand sie bisher noch nicht gebeten. Sollte er diesen Wunsch äußern, werde ein Treffen aber sehr schnell stattfinden.

Quelle: AP

 
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