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Agenten-Affäre: Was der BND im Kosovo suchte

VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 27.11.2008 - 10:28

Berlin (RP). Wie die Szene aus einem Agententhriller wirkten die Fernsehbilder der Festnahmen dreier BND-Agenten im Kosovo. Die Männer stehen den kosovarischen Behörden zufolge im Verdacht, einen Anschlag auf das Gebäude der Internationalen Verwaltungsbehörde in Pristina verübt zu haben. Angeblich gibt es eine Videoaufnahme als Beweismittel. Heute wird das Thema auch in einem Bundestagsausschuss erörtert.

Die Bundesregierung reagierte empört: „Die Vorstellung, dass die Bundesregierung in terroristische Anschläge im Ausland verwickelt sein könnte, ist absurd“, sagte ein Sprecher. Die Abgeordneten des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags hoffen heute auf Aufklärung. Hans-Christian Ströbele (Grüne) fordert, dass die Informationen veröffentlicht werden. „Nachdem die ganze Geschichte ohnehin so breitgetreten ist, gibt es keinen Grund, die Dinge nicht öffentlich darzustellen“, sagte Ströbele unserer Zeitung. Vor dem Kontrollgremium sollen Fragen nach Auftrag und Status der Männer geklärt werden.

Bislang sind die Hintergründe rätselhaft und heizen die Gerüchteküche an: Sind die Agenten Opfer einer Intrige geworden? Warum werden sie öffentlich vorgeführt? Sind die Festnahmen eine Retourkutsche der Befreiungsarmee des Kosovo, UCK? Ein Motiv für eine Retourkutsche gibt es: Der kosovarische Regierungschef und Führer der UCK, Hashin Taci, soll 2005 in einem BND-Bericht als Drahtzieher für organisierte Kriminalität beschrieben worden sein. Andererseits hat das Kosovo Interesse, gute Kontakte nach Deutschland zu pflegen. Aus Deutschland kommt vielerlei Unterstützung. Zudem streben die Kosovaren in die EU.

Der FDP-Politiker Max Stadler hat indes die Bundesregierung aufgefordert, die Hintergründe der Festnahme der drei BND-Agenten aufzudecken. Vor der Sitzung des geheim tagenden Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages sagte er am Donnerstag im RBB-Inforadio, zunächst müsse geklärt werden, ob die Festgenommenen überhaupt BND-Mitarbeiter seien. "Wenn das keine BND-Mitarbeiter sind, können wir die Sitzung wieder schließen", sagte Stadler, der auch stellvertretende Vorsitzender des Gremiums ist.

Den gegen die Festgenommenen erhobene Vorwurf, einen Terroranschlag auf das EU-Hauptquartier in Pristina verübt zu haben, nannte der Abgeordnete ungeheuerlich: "Man kann es sich nicht vorstellen, dass er zutrifft. Es gibt überhaupt kein Motiv, warum BND-Mitarbeiter an einem Anschlag auf ein internationales Verwaltungsgebäude beteiligt sein sollen."

Quelle: RP

 
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