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  Foto: DDP
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Bundesbank hatte Text offenbar genehmigt: Weber kannte das Sarrazin-Interview

zuletzt aktualisiert: 17.10.2009 - 15:42

Hamburg (RPO). Das umstrittene Interview von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin ist nach einem Medienbericht in der Bundesbank vorab genehmigt worden. Auch Bundesbank-Chef Axel Weber habe den Text gekannt, bevor er in Druck ging. Protestiert habe Weber aber erst, als das Erscheinen des Interviews nicht mehr aufzuhalten war.

Nach "Spiegel"-Informationen rieten Mitarbeiter der Bundesbank-Kommunikationsabteilung Sarrazin zu dem Interview. Der Leiter der Kommunikationsabteilung habe dann nach eingehender Lektüre des Textes keine grundsätzlichen Bedenken gehabt. Von ihm gemachte Änderungsvorschläge habe Sarrazin übernommen. Anschließend habe die Bank die genehmigte Fassung an die Zeitschrift "Lettre International" übermittelt, schreibt der "Spiegel".

Der frühere Berliner Finanzsenator hatte in dem Interview über die türkischen und arabischen Einwanderer in Berlin gesagt, diese hätten "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel" und "produzierten ständig neue kleine Kopftuchmädchen". Die Bundesbank hatte Sarrazin daraufhin die Zuständigkeit für den wichtigen Geschäftsbereich Bargeld im Vorstand abgenommen. Bundesbank-Chef Weber hatte Sarrazin Berichten zufolge zuvor den Rücktritt nahe gelegt.

Thierse für inhaltliche Auseinandersetzung mit Sarrazins Äußerungen

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse fordert eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den umstrittenen Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (beide SPD).

In einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu" sagte Thierse: "Thilo Sarrazins sprachlichen Entgleisungen muss man energisch widersprechen. Und dann muss man ernsthaft über die tatsächlich existierenden Integrationsprobleme reden, auf die er mit falscher Wortwahl und in entsetzlich überzogener Weise hingewiesen hat."

Forderungen, Sarrazin aus der SPD auszuschließen, widersprach Thierse, der auch Mitglied des SPD-Parteivorstands ist. Er sei kein Freund von Parteiausschlüssen, "sondern immer schon ein überzeugter Anhänger der freien, auch der kraftvollen Meinungsäußerung gewesen".

Quelle: AFP/felt

 
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