Vertreter einer "neuen Generation"? Thorsten Schäfer-Gümbel soll gegen Hessens Ministerpräsident Roland Koch antreten.
Der 39-Jährige gehört zum linken Flügel der Hessen-SPD und gilt als Vertrauter der Landes- und Fraktionsvorsitzenden Andrea Ypsilanti.
Schäfer-Gümbel ist stellvertretender Vorsitzender des SPD-Bezirks Hessen-Süd und Vorsitzender des den Parteilinken zugerechneten SPD-Unterbezirks Gießen. Dem Landtag gehört er seit 2003 an.
1969 in Oberstdorf im Allgäu geboren, kam Schäfer-Gümbel schon als Kind nach Gießen, wo er eine klassische Parteikarriere hinlegte. Mit 16 in die SPD eingetreten, arbeitete sich der studierte Agrar- und Politikwissenschaftler nach oben.
Zuerst war er Referent des Jugenddezernenten der Stadt Gießen, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter des dortigen SPD-Oberbürgermeisters Manfred Mutz.
Auf die landespolitische Bühne trat Schäfer-Gümbel zunächst als sozialpolitischer Berater der Landtagsfraktion, bevor er 2003 selbst Abgeordneter wurde.
Auch wenn die Kür zum SPD-Spitzenkandidaten nun eher überraschend kam, galt Schäfer-Gümbel zumindest innerhalb der Partei schon vorher als ambitioniert und engagiert. Sein Fraktionskollege Gerhard Merz schätzt ihn als "hochintellektuellen, ungemein fleißigen Arbeiter".