Chef der Jung-Liberalen: Westerwelle soll Selbstkritik üben
zuletzt aktualisiert: 22.12.2010 - 06:54 Stuttgart (RPO). Der Chef der Jungen Liberalen, Lasse Becker, hat den angeschlagenen FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle aufgefordert, beim Dreikönigstreffen in Stuttgart "selbstkritisch den einen oder anderen Fehler zu benennen".In den "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwochausgabe) vermied Becker indessen ein klares Bekenntnis zu Westerwelle als Parteichef über die Landtagswahlen hinaus: "Von den Wahlergebnissen hängt viel ab. Und beim Bundesparteitag wird analysiert: Wer hat welchen Fehler gemacht, und wie baue ich ein zukunftsfähiges Team."
Auf Distanz ging Becker zu dem Modell, Partei-Vize Rainer Brüderle als Übergangsvorsitzenden zu installieren. Die Jungen Liberalen stünden "Interimslösungen so oder so sehr skeptisch" gegenüber. "Dauerhaft tragfähige Lösungen - egal in welcher Teamkonstellation - erscheinen mir wesentlich sinnvoller."
Programmatisch sprach sich Becker für einen Kurswechsel aus. "Jedenfalls wird man nicht dadurch glaubwürdig, dass man zum 200. Mal eine Steuersenkung ankündigt." Der JuLi-chef forderte eindeutige Schwerpunkte bei der Haushaltskonsolidierung, bei der Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung, beim zukunftsfesten Umbau der Sozialsysteme und beim Thema nachhaltige, ökologische Marktwirtschaft.

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