kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Vorschau: FDP-Bundesparteitag
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

FDP geht auf Distanz: Westerwelles riskanter Flirt mit der Ampel

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 14.05.2009 - 21:41

Hannover (RP). Der FDP-Chef ist verärgert über die ausbleibende Koalitionsaussage seines Wunschpartners CDU. Die Debatte um ein rot-gelb-grünes Ampel-Bündnis ist zum heute beginnenden FDP-Bundesparteitag neu entbrannt.

 Foto: AP, AP
Foto: AP, AP

Aus Enttäuschung über eine Hinhaltetaktik von CDU-Chefin Angela Merkel ist auch FDP-Chef Guido Westerwelle gut vier Monate vor der Bundestagswahl auf Distanz zu einer klaren Koalitionsaussage zugunsten der Union gegangen. Noch am vergangenen Wochenende hatte er sich klar für eine "bürgerliche Regierung der Mitte" ausgesprochen. Nachdem er daraufhin von Merkel keine entsprechende Resonanz bekam, weigerte er sich vor Beginn des FDP-Bundesparteitages in Hannover, eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen auszuschließen.

Keine Reaktion auf ausgestreckte Hand

Westerwelle kritisierte, dass Merkel als Reaktion auf seine ausgestreckte Hand nicht ihrerseits klar für eine Koalition mit der Union geworben, sondern lediglich erklärt hatte, keinen Lagerwahlkampf führen zu wollen. Zudem hatte Sachsens CDU-Ministerpräsident Stanislaw Tillich mit Blick auf seine Landtagswahlen Ende August der FDP die kalte Schulter gezeigt und mit einem schwarz-grünen-Bündnis geliebäugelt. Nur jede Stimme für die FDP sei eine Stimme für Schwarz-Gelb, folgerte daraus Westerwelle. Eine Stimme für die CDU könne dagegen auch zu einem schwarz-grünen Bündnis oder zu einer Wiederauflage der großen Koalition führen.

Westerwelle auf Wackelkurs

Seit Anfang der Woche steuert Westerwelle einen Wackelkurs. Am Sonntag machte er die Tür zu einer Ampel faktisch zu, am Montag versicherte er im Präsidium seiner Partei, die Tür sei nicht vollständig geschlossen. Gestern früh machte er sie in einem Interview wieder auf ­ und verringerte den Spalt gestern Abend wieder: "Die Programme von SPD und Grünen passen zur Linkspartei, ich sehe darin keine Grundlage für eine Zusammenarbeit mit der FDP." Für Westerwelle steht fest, dass eine neuerliche linke Mehrheit im Bundestag auch zu einer gemeinsamen Regierung genutzt würde. Falls Union und FDP die Mehrheit verpassen, werde es als "Schamfrist" für höchstens ein Jahr eine neue große Koalition geben, spätestens nach den NRW-Landtagswahlen 2010 dann aber ein Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linken. Dies wolle die FDP unbedingt verhindern.

Klare Richtung beim Parteitag?

Niedersachsens FDP-Chef Philipp Rösler zeigte sich sicher, dass Westerwelle beim Parteitag "die Richtung klar angeben" werde. Er könne nur auf seine eigenen Erfahrungen in Hannovers schwarz-gelber-Koalition verweisen: "Die ist gut, und was gut ist für Niedersachsen, kann auch nur gut sein für Deutschland", sagte Rösler. Ähnlich äußerte sich Baden-Württembergs FDP-Chefin Birgit Homburger: "Schwarz-Gelb in Stuttgart ist ein Modell für den Bund."

FDP-Fraktionsvize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sah ebenfalls, dass mit SPD und Grünen inhaltlich "wenig zusammen" gehe. Auf die Frage, ob eine "Ampel" nicht doch verlockend sei, wenn es für Union und FDP nicht reiche, sagte Leutheusser-Schnarrenberger: "Die FDP zieht kein Trauerkleid an, wenn sie weiter kraftvolle Oppositionspolitik macht."


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Gesetzentwurf erntet Kritik von allen Seiten

Betreuungsgeld

Gesetzentwurf erntet Kritik von allen Seiten

FDP-Generalsekretär Patrick Döring schließt weitere Ausgaben für die Familienpolitik nach der Einführung des umstrittenen Betreuungsgeldes a ... mehr 

Teheran angeblich zu Kehrtwende bereit

Atomgespräche

Teheran angeblich zu Kehrtwende bereit

Der Iran ist nach den Worten seines Botschafters in Deutschland zu einem Verzicht auf die 20-prozentige Urananreicherung bereit. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld

Gesetzentwurf erntet Kritik von allen Seiten

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition ist die Mehrheit für den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld nicht sicher. Die Unionsfrauen haben bereits angekündigt, dass sie dem Gesetzentwurf in dieser Form nicht zustimmen werden. Sie fordern eine ... mehr

 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

 
Top-Services