Neue Partei soll "Freie Union" heißen: Wie Gabriele Pauli die Bundespolitik aufmischen will
zuletzt aktualisiert: 18.06.2009 - 12:24München (RPO). Gabriele Pauli gründet eine neue Partei. Sie soll "Freie Union" heißen. Nach ihrem Rauswurf bei der CSU und den Freien Wählern will Pauli mit ihr auf eigene Faust in der Bundespolitik mitmischen. Heute stellte sie der Öffentlichkeit erste programmatische Grundgedanken vor.
Ihre neue Partei werde am Sonntag gegründet, sagte Pauli. Sie soll dazu beitragen, dass "in Deutschland wieder Werte in die Politik Eingang finden", sagte die 51-Jährige am Donnerstag in München. Pauli war am Dienstag von der FW-Landtagsfraktion ausgeschlossen worden - insbesondere wegen ihrer Ankündigung, mit einer eigenen Partei zur Bundestagswahl anzutreten.
Ihre zweiseitigen Grundgedanken für die Freie Union überschreibt Pauli mit den Worten "Für wahre Werte". Darin äußerte sie Kritik am herrschenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen System. "Die "sogenannte Demokratie" verfange sich in ihrem eigenen Netz verworrener Verantwortlichkeiten, kritisiert die 51-Jährige. "Alles, was wir vorfinden, ist durch uns entstanden. Auch die Wirtschaftskrise." Als Fazit zog Pauli bei der Vorstellung: "Die Menschen bei uns sind nicht wirklich glücklich und zufrieden in diesem System."
"Was ich niedergeschrieben habe, ist nichts, was nicht jeder Bürger längst weiß", sagte die Politikerin weiter. "Es ist vergraben worden auf der Suche nach Äußerem." Zuvor hatte Pauli kritisiert, dass in der heutigen Gesellschaft das Streben nach äußeren Dingen wie Konsum oder Karriere überhandgenommen habe, obwohl die Menschen dies eigentlich nicht wollten.
Lob für Konzept der Steuererklärung auf einem Bierdeckel
Konkrete Konzepte enthalten die vorgestellten Grundgedanken noch nicht. Auf Nachfrage forderte Pauli unter anderem die Direktwahl von Bundeskanzler und Ministerpräsidenten und lobte die einst vom CDU-Politiker Friedrich Merz unter dem Schlagwort "Steuererklärung auf einem Bierdeckel" vorgeschlagene radikale Steuervereinfachung.
Pauli zeigte sich zuversichtlich, dass es trotz des enormen Zeitdrucks gelingen werde, mit der Partei, die erst am Sonntag in München gegründet werden soll, zur Bundestagswahl in gut drei Monaten anzutreten. Über die Strukturen solle der Parteitag entscheiden, sagte sie. Es werde Schritt für Schritt vorangehen. Um noch bei der Bundestagswahl antreten zu können, muss sich die Freie Union beeilen: Parteien, die am 27. September dabei sein wollen, müssen bis zum 28. Juni ihre Unterlagen eingereicht haben.
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