Seehofer zufrieden mit Merkel: "Wildsau-Streit" ist offiziell beendet
zuletzt aktualisiert: 11.06.2010 - 15:03Berlin/Passau (RPO). Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hat die teils heftige Auseinandersetzung mit der FDP über die richtige Wortwahl in der politischen Diskussion für beendet erklärt. "Für mich ist das Thema Vergangenheit", sagte Seehofer. Für ihn sei die Bezeichnung Wildsau "inakzeptabel" gewesen. "Deshalb war es gut, dass die Bundeskanzlerin das klargestellt hat", sagte er.
Damit sei die Sache erledigt so Seehofer gegenüber der "Passauer Neuen Presse". "Aus so etwas kann keine Endlosgeschichte werden." Im Streit über die Gesundheitsreform hatte der parlamentarische Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Daniel Bahr (FDP), der CSU vorgehalten, sie sei als "Wildsau aufgetreten". CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt nannte die FDP daraufhin "Gurkentruppe", bei der "Sicherungen durchgeknallt" seien.
Gröhe ruft zu besseren Umgangsformen in der CDU aufCDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat an seine Partei appelliert, wieder zu besseren Umgangsformen in der schwarz-gelben Koalition zurückzukehren. Es sei schmerzhaft, "dass zurzeit mindestens ebenso viele Vertreter aus Union und FDP sich im Ton vergreifen wie Vertreter der Opposition", schrieb Gröhe in einem am Freitag verschickten Brief an Funktions- und Mandatsträger der CDU. "Wer von einer bürgerlichen Koalition spricht, muss sich auch bürgerlich verhalten", heißt es in dem AFP vorliegenden Schreiben. "Das schließt gegenseitige Beschimpfungen aus."
Das Erscheinungsbild der Koalition müsse besser werden, schrieb Gröhe weiter. Die Grundvoraussetzung dafür sei Geschlossenheit. Zuletzt war es unter anderem wegen der geplanten Gesundheitsreform und dem Sparpaket der Bundesregierung zu teils heftigen Auseinandersetzungen in der Koalition gekommen. Gröhes Schreiben richtet sich unter anderem an die Mitglieder des CDU-Bundesvorstands, die Bundestagsabgeordneten der Partei sowie die Vorsitzenden der Bezirks-, Kreis- und Ortsverbände.
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