Quote gegen Lücken gefordert: "Wir brauchen mehr Migranten bei der Polizei"
VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 15.02.2011 - 08:08Düsseldorf (RP). Mehr Migranten in den öffentlichen Dienst, mehr Migranten in den Katastrophenschutz, und auch die Bundeswehr schielt darauf, mit Soldaten aus dem Ausland die Lücken nach dem Wegfall der Wehrpflicht zu schließen. Menschen mit Migrationshintergrund werden zur Lösung für immer mehr Politikbereiche.
Beim heute in Berlin beginnenden Europäischen Polizeikongress will Innen-Staatssekretär Ole Schröder die "interkulturelle Kompetenz" herausheben, die Behörden durch Migranten steigern könnten.
"Wir brauchen mehr Migranten bei der Polizei und im Katastrophenschutz", sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, unserer Redaktion. Sie seien "wertvolle Brückenbauer".
Böhmer verwies auf gute Erfahrungen, die von allen Bundesländern aufgegriffen werden sollten. So habe sich Hamburg vorgenommen, den Anteil von Auszubildenden mit Migrationshintergrund in der Verwaltung von 5,2 auf 20 Prozent zu steigern. "Ich halte konkrete Zielmarken zur Erhöhung des Migrantenanteils für vorbildlich."
"Migranten sind eine Bereicherung für die Polizei", sagte Bernhard Witthaut, Chef der Gewerkschaft der Polizei. Damit hätten die Kollegen bessere Chancen, Konflikte in bestimmten Bereichen zu verringern. "Ich sehe das sehr positiv und kann die Länder nur ermuntern, die Einstellung von Migranten zu forcieren."
Mit dem Ende der Wehrpflicht kommt auch auf den Katastrophenschutz eine neue Herausforderung zu. Derzeit können sich Männer vom Grundwehrdienst befreien lassen, wenn sie vier Jahre für das Technische Hilfswerk (THW) arbeiten. Derzeit betreffe dies 8500 von 41.000 Einsatzkräften, erläuterte THW-Präsident Albrecht Broemme.
Regional gebe es große Unterschiede. Und der Verlust ist mittelfristig noch größer: Rund 70 Prozent der Freigestellten blieben freiwillig über ihre Pflichtzeit hinaus. Broemme: "Wir wollen das THW insbesondere für Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund attraktiver machen."
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