Steinbrück fürchtet tiefe Rezession: Wirtschaft schrumpft um zwei Prozent
zuletzt aktualisiert: 19.01.2009 - 17:42Berlin/Brüssel (RPO). Bundesfinanzminister Per Steinbrück fürchtet, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um etwa zwei Prozent schrumpfen wird. Damit befürchtet die Budnesregierung die schwerste Rezession seit Jahrzehnten.
Schon am Wochenende hatte Wirtschaftsminister Michael Glos mitgeteilt, dass im aktuellen Jahreswirtschaftsbericht ein Einbruch der Wirtschaftsleistung um zwei bis zweieinhalb Prozent vorhergesagt wird. Die Regierungsprognose wird offiziell am Mittwoch veröffentlicht.
Die "Financial Times Deutschland" zitierte vorab aus dem Bericht, dass sich die Aussichten für 2009 seit November stark eingetrübt hätten. Im Einzelnen geht die Regierung demnach davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen 2009 um 500.000 auf rund 3,5 Millionen steigt und die Zahl der Erwerbstätigen um 700.000 sinkt. Die Wirtschaft schrumpft der Prognose zufolge um 2,25 Prozent, die Exporte sogar um 8,9 Prozent.
Die Investitionen gehen laut dem Bericht um 11,9 Prozent zurück. Weiter meldete die Zeitung, dass die Preise 2009 nach 2,6 Prozent im vergangenen Jahr wegen des niedrigen Ölpreises nur noch um 0,5 Prozent steigen werden. Die Arbeitnehmer hätten daher unterm Strich 1,2 Prozent mehr.
Einem möglichen Defizitverstoß im kommenden Jahr sieht Steinbrück gelassen entgegen. Im Vergleich zu Frankreich oder Großbritannien stehe Deutschland noch vergleichsweise gut da, sagte der Finanzminister. Das deutsche Defizit wird der Kommission zufolge in diesem Jahr auf 2,9 Prozent steigen und im kommenden Jahr dann mit 4,2 Prozent deutlich die EU-Höchstmarke von drei Prozent überschreiten.
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