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Streit um Millionen-Entschädigung
Kohl-Witwe vor Gericht mit schlechten Karten

Witwe von Helmut Kohl: Maike Kohl-Richter vor Gericht in Köln mit schlechten Karten
Maike Kohl-Richter im Gericht. FOTO: dpa, ve wst
Köln. Die Witwe von Altkanzler Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, hat wohl nur geringe Chancen auf die Millionen-Entschädigung, die ihrem Mann zwei Monate vor dessen Tod zugesprochen worden war. Das Oberlandesgericht Köln hat die Frage aber noch nicht endgültig entschieden.

Das Gericht neige jedoch zu der Meinung, dass der Entschädigungsanspruch nicht vererbbar sei, sagte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske am Donnerstag in einer Verhandlung in Anwesenheit von Maike Kohl-Richter. In dem Fall geht es um das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle". Das Landgericht Köln hatte dazu im vergangenen Jahr entschieden, dass das Buch Kohls Persönlichkeitsrecht schwer verletzt habe. Es sprach ihm deshalb die höchste Entschädigungssumme der deutschen Rechtsgeschichte in Höhe von einer Million Euro zu. Im Juni 2017 starb Kohl.

Richterin Reske appellierte an die Parteien, sich in einem Vergleich zu einigen. Sie schlug dafür vor, dass Kohls Witwe Maike Kohl-Richter auf alle weiteren Klagen verzichten solle, wenn sich Verlag und Autoren im Gegenzug dazu bereiterklären, das Buch nicht noch einmal zu veröffentlichen. Außerdem solle eine Kopie der Tonbandaufnahmen, die Schwan als Ghostwriter angefertigt habe, dem Bundesarchiv in Koblenz oder der Konrad-Adenauer-Stiftung zugänglich gemacht werden.

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Kohl-Richters Anwalt Thomas Hermes sagte dazu, erst einmal müsse seine Mandantin sämtliche Tonband-Kopien erhalten. Sie könne sich dann verpflichten, eine davon an eine "Helmut-Kohl-Stiftung" zu übergeben. Schwan hatte die Aufnahmen angefertigt, um als Ghostwriter Kohls Memoiren zu schreiben. Später zerstritten sich die beiden.

(gaa/wer/dpa)
 
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