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Wolfgang Clement war einer der einflussreichsten Politiker der SPD, bevor er sich aus dem politischen Tagesgeschäft zurückzog. Nach Kritik an der hessischen Landeschefin Andrea Ypsilanti kündigte die NRW-SPD am 30. Juli 2008 den Rauswurf des gebürtigen Bochumers an. Wir stellen Ihnen Wolfgang Clement vor.
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Nach dem
Abitur entschied er sich für eine
Journalisten-Laufbahn, absolvierte ein Volontariat bei der Westfälischen Rundschau.
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Anschließend studierte Clement
Jura. Nach seinem Referendariat kehrte er zur Westfälischen Rundschau zurück, brachte es bis zum
stellvertretenden Chefredakteur.
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Von 1986 bis 1989 war er
Chefredakteur der Hamburger Morgenpost.
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1993 zog er in den NRW-Landtag ein. 1995 wurde Clement
Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr.
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1998 trat der gebürtige Bochumer die Nachfolge von Johannes Rau als
Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen an.
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Nach der Bundestagswahl 2002 gab Clement sein Amt als Ministerpräsident auf und ging nach Berlin. Er übernahm das neu geschaffene so genannte
Superministerium, das durch die Zusammenlegung von Arbeits- und Wirtschaftsministerium entstanden war.
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Nach der Bundestagswahl 2005 schied Clement aus dem Amt. Er nahm
Posten in der freien Wirtschaft an, sitzt unter anderem im
Aufsichtsrat der RWE-Kraftwerkstochter RWE Power.
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Vor der hessischen Landtagswahl 2008 rief Clement indirekt dazu auf, SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti wegen ihrer Haltung zur Energiepolitik nicht zu wählen. Er machte sich gleichzeitig für Atomkraftwerke stark, wofür ihn die Genossen als
Lobbyisten der Atomindustrie beschimpften.
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Daraufhin beantragten
13 SPD-Ortsvereine und Unterbezirke den Parteiausschluss des ehemaligen Wirtschaftsministers. Die Schiedskommission der Bochumer SPD erteilte dem Politiker im April lediglich eine
Rüge wegen eines Verstoßes gegen die innerparteiliche Solidarität.
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Gegen diese Entscheidung legten sowohl Clement als auch mehrere SPD-Ortsvereine
Einspruch ein. Die Ortsvereine wollten vor der Landesschiedskommission als Berufungsinstanz erreichen, dass der umstrittene Politiker die Partei verlassen muss. Clement wurde von der Kommission Anfang Juli befragt. Der 68-Jährige erschien damals in Begleitung seines Anwalts, des früheren Bundesinnenministers Otto Schily.
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Am 24. November 2008 entscheidet die Bundesschiedskommission, dass es bei der bereits in erster Instanz erteilten Rüge für Clement bleibt. Dieser bezeichnet die Rüge umgehend als "unangemessen und falsch".
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Nur einen Tag später gibt Clement seinen Austritt aus der SPD bekannt und begründet dies mit der Entscheidung der Bundesschiedskommission vom Vorabend. Die Kommission habe seine "Wahrnehmung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit mit einer öffentlichen Rüge drangsalieren" wollen.
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Wolfgang Clement ist verheiratet, hat fünf Töchter und lebt in Bonn.