Planspiele: Wowereit hält Rot-Rot weiter für möglich
zuletzt aktualisiert: 01.08.2005 - 07:50Berlin (rpo). Trotz des Machtworts von Bundeskanzler Schröder hält Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eine Koalition der SPD mit dem neuen Linksbündnis ab 2009 weiter für möglich. In dieser Frage gebe es eine Differenz mit dem Bundeskanzler, sagte Berlins Senatssprecher Michael Donnermeyer in einem Interview.
Donnermeyer sprach mit der "Berliner Zeitung". Schröder hatte eine Kooperation der SPD mit der Linkspartei am Wochenende auf Bundesebene kategorisch ausgeschlossen. Er ging ausdrücklich auf Distanz zu Berlins Regierungschef. "Wowereit ist zwar ein erstklassiger Bürgermeister, doch hier liegt er gründlich falsch", sagte der Bundeskanzler. Dagegen sagte Donnermeyer: "Es darf kein Tabu für alle Zeiten geben." Keiner wisse, wie sich die Linkspartei in den nächsten Jahren entwickeln werde. Man müsse sich mit der neuen Partei inhaltlich auseinandersetzen. "Wer sagt, er schließt eine Koalition mit der Linkspartei für immer aus, argumentiert nur formal", sagte der Senatssprecher.
Auch bei der Berliner PDS, die in heftigem Streit mit der Berliner WASG liegt, löste Wowereit keine Begeisterung aus. "Wowereit hat mich total überrascht", sagte PDS-Landes- und Fraktionschef Stefan Liebich dem Blatt. Er selbst könne sich ein solches Bündnis auf Bundesebene nicht vorstellen. "Das ist komplett unrealistisch, dass sich SPD und Linkspartei auf Bundesebene auf eine gemeinsame Position verständigen können", sagte Liebich.
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