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Wulff gedenkt Auschwitz Panorama, dapd 2011-0127
  Foto: dapd, dapd
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Gedenken in Auschwitz: Wulff: "Solche Verbrechen nie wieder zulassen"

zuletzt aktualisiert: 27.01.2011 - 17:41

Auschwitz/Jerusalem (RPO). Bei einer Gedenkveranstaltung in Auschwitz hat Bundespräsident Christian Wulff die besondere Verantwortung Deutschlands für die Erinnerung an den Holocaust betont. "Der Name Auschwitz steht wie kein anderer für die Verbrechen Deutscher an Millionen von Menschen", sagte er bei einer Gedenkveranstaltung zum 66. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers.

"Wir tragen hieraus eine historische Verantwortung, die unabhängig ist von individueller Schuld. Wir dürfen nie wieder zulassen, dass solche Verbrechen geschehen." Weiter mahnte Wulff, die Erinnerung wach zu halten. Das Wissen um das grauenhafte Geschehen sei "Mahnung und Verpflichtung für die gegenwärtigen und kommenden Generationen, die Würde des Menschen unter allen Umständen zu wahren und niemals mehr andere zu verfolgen, zu erniedrigen oder gar zu töten, weil sie anders sind in Glaube, Volkszugehörigkeit, politischer Überzeugung oder sexueller Orientierung."

Der Bundespräsident betonte, die Jugend müsse die Wahrheit über das nationalsozialistische Terrorregime kennen. Dann würde sie denen entschieden widersprechen, die die Tatsachen leugneten oder verfälschten. "Sie wird denjenigen entgegentreten, die nicht begreifen wollen, die die Toten missachten und die die Überlebenden verhöhnen."

Zivilcourage gegen Extremismus

Bei einer Begegnung mit deutschen und polnischen Jugendlichen riefen Wulff und sein polnischer Amtskollege Bronislaw Komorowski zur Zivilcourage gegen Extremismus auf. Sie sprachen sich für eine "Kultur des Hinsehens und Eingreifens" aus, wann immer es notwendig sei.

An der Feier in Auschwitz nehmen unter anderem der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC), Ronald S. Lauder, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sowie der polnische Staatssekretär Wladyslaw Bartoszewski teil.

Lauder bezeichnete Auschwitz im Vorfeld als größten jüdischen Friedhof der Welt. Die Erinnerung an die Fehler und Gräuel der Vergangenheit müssten Konsequenzen für gegenwärtiges Handeln haben. Eines davon sei der Schutz Israels. Der WJC-Präsident begrüßte die Teilnahme Wulffs an der Gedenkfeier. Er gebe dem Holocaustgedenken eine hohe politische Priorität. Den Verbrechen der Nazis wird jedes Jahr am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, gedacht.

"Iran verurteilen"

Am Vorabend des Gedenktages rief Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf, Lehren aus dem Holocaust zu ziehen. Der Antisemitismus habe mit dem Zweiten Weltkrieg keineswegs ein Ende gefunden, sondern lebe wieder auf und wachse, sagte er vor der Knesset. Er verlangte eine deutliche internationale Verurteilung Irans. "Ich erwarte von der Welt, die Lektion zu lernen und mit Worten und Taten gegen den neuen Antisemitismus zu kämpfen."

Quelle: KNA/felt

 
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