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Ministerpräsident will nicht nach Berlin: Wulff traut sich Kanzlerschaft nicht zu

zuletzt aktualisiert: 16.07.2008 - 12:34

Hannover (RPO). Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) galt in seiner Partei bisher als Kronprinz von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dem 49-Jährigen trauten viele Beobachter einen erfolgreichen Wechsel nach Berlin zu. Jetzt nimmt sich der Politiker mit ungewöhnlichen Aussagen in einem Interview selbst aus dem Rennen. 

"Ich bleibe in Hannover und gehe nicht nach Berlin", sagte der stellvertretende Patreivorsitzende in Interviews der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" und des Magazins "Stern". Er habe auch keine Ambitionen, als Minister in ein Kabinett Merkel einzusteigen. Das Kanzleramt selbst traue er sich ohnehin nicht zu.

"Mir fehlt der unbedingte Wille zur Macht und die Bereitschaft, dem alles unterzuordnen", sagte Wulff. Ein guter Landespolitiker sei noch lange kein guter Kanzler. Bei den Landtagswahlen im Jahr 2013 wolle er wieder antreten.

Kein Alphatier

Es gehe ihm darum, bundespolitisch das Profil der CDU deutlich zu machen, "aber von Hannover aus", betonte Wulff. Aus Machtpositionen beziehe er im übrigen keinen Lustgewinn: "Ich habe ein distanziertes Verhältnis zur Macht, eher respektvoll-demütig".

Als Alphatiere der deutschen Politik bezeichnete er neben Merkel den früheren SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering sowie den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Er selbst habe sich dafür zu viele Selbstzweifel erhalten.

Wulff, der im März mit seiner zweiten Frau Bettina erneut Vater geworden war, hat sich mit diesen Äußerungen dauerhaft aus dem Rennen um die Kanzlerschaft genommen. Ein Umstand, der für die Union mittelfristig zum Problem werden könnte. Nach dem Wahldebakel für Roland Koch bei der Hessen und den jüngsten Äußerungen von Christian Wulff steht Merkel innerparteilich nahezu konkurrenzlos da.

Quelle: ap

 
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