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Sender sucht nach Lücke: Ypsilanti-Telefonscherz: Datenpanne noch ungeklärt

zuletzt aktualisiert: 15.09.2008 - 13:54

Hannover/Wiesbaden (RPO). Wie nur konnte das aufgezeichnete Gespräch zischen Andrea Ypsilanti und dem Müntefering-Stimmenimitator an die Öffentlichkeit gelangen? Der niedersächsische Radiosender ffn prüft den Vorgang noch immer.

Hessens Parteisprecher Frank Steibli forderte am Montag den Sender auf, alle Kopien des Mitschnitts aus dem Internet entfernen zu lassen. "Die haben den Mist angerichtet", sagte er und fügte hinzu: "So etwas schädigt nachhaltig das Vertrauensverhältnis zwischen Politik und Medien."

Die hessische SPD behalte sich weitere Schritte gegen ffn vor, sagte Steibli. Grundsätzlich habe man zwar nichts gegen Telefonscherze. Man könne allerdings nicht unwissentlich ein Gespräch aufzeichnen und es ohne Genehmigung veröffentlichen. In den vergangenen Jahren habe es zwei weitere Scherzanrufe dieser Art bei der SPD gegeben. Einmal sei die Ausstrahlung erlaubt worden.

Nach Angaben der ffn-Programmdirektorin Ina Tenz sind die Wege des Mitschnitts an die Öffentlichkeit noch nicht nachvollziehbar. Die Audiodatei sei am 10. September "zwei bis drei Stunden in unserem Redaktionssystem abrufbar" gewesen, bis sie gelöscht worden sei. In dieser Zeitspanne zwischen Aufnahme und Löschvorgang sei offenbar eine Kopie angefertigt worden.

Laut Tenz ist "jeder ffn-Mitarbeiter" bereit, eine eidesstattliche Versicherung abzugeben, nicht der Übeltäter zu sein. Auch an einen Hacker-Angriff von außen will die Programmdirektorin nicht glauben. Die Schutzvorkehrungen bei ffn seien "sehr gut". Angesichts vieler Fragezeichen hoffe sie aber, "bald Antworten" durch die interne Prüfung zu bekommen.

ffn-Radiomoderator Jochen Krause hatte Ypsilanti am vergangenen Mittwoch angerufen und sich als der designierte SPD-Chef Franz Müntefering ausgegeben.

Dabei ging es unter anderem um Ypsilantis Versuch, in Hessen eine von der Linkspartei tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden sowie um parteiinterne Personalia. Die Politikerin hatte die Ausstrahlung des Gesprächs zwar untersagt, trotzdem landete der Mitschnitt im Internet.

Quelle: afp

 
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