Andrea Ypsilanti ist Landesvorsitzende der SPD in Hessen. Als SPD-Spitzenkandidatin ringt sie seit Monaten im Kampf um das Amt der Ministerpräsidentin.
Sie forderte Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch heraus. Den Weg zum Erfolg hatte sie sich zu Beginn des Wahlkampfes wohl nicht derart steinig vorgestellt.
Im Wahlkampf bekam sie zunächst bundespolitische Unterstützung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier.
Die 51-Jährige wird zum linken Spektrum der SPD gezählt. Trotzdem schloss sie vor der Landtagswahl ein Bündnis mit den Linken aus. Schon damals war fraglich, ob sie bei einem greifbaren Machtwechel ihr Wort halten werde.
Bei der Landtagswahl erreichen durch den Einzug der Linken ins Parlament weder CDU und FDP noch SPD und Grüne eine Mehrheit. Ypsilanti und auch SPD-Chef Kurt Beck schließen wie zuvor im Wahlkampf eine Zusammenarbeit mit den Linken aus. Stattdessen wirbt Ypsilanti zunächst für eine Ampelkoaltion aus SPD, Grünen und FDP, die die Liberalen aber strikt ablehnen.
Doch schon kurz darauf erklärt Ypsilanti öffentlich, sich im Notfall von den Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Sie strebt somit eine von den Linken tolerierte Minderheitsregierung mit den Grünen an. Ihr Vorhaben schietert allerdings zunächst.
Für ihre Pläne erntet Ypsilanti harsche Kritik von allen Seiten. Für die gesamte SPD wird der Kampf in Hessen zur Zerreißprobe - einige sträuben sich gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken.
m August bekommt sie schließlich doch grünes Licht von der Bundes-SPD für einen neuen Versuch sich mit Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen und eine rot-grüne Landesregierung aufzustellen.
Anfang September traf sich Ypsilanti mit einer elfköpfigen Delegation der Linkspartei in Wiesbaden. Im Anschluss kündigte sie eine baldige Aufnahme von Sondierungsgespäche an.
Bundesweit bekannt wurde Andrea Ypsilanti 2003, als sie sich gegen die "Hartz-Reformen" von Bundeskanzler Gerhard Schröder positionierte. Sie kritisierte diese als sozial unausgewogen.
Augewachsen ist sie in Rüsselsheim. Nach dem Abitur arbeitete sie zuerst als Sekretärin, danach war sie als Stewardess bei der Lufthansa beschäftigt.
Nach ihrer Scheidung 1992 behielt sie den Namen ihres griechischen Mannes. Heute lebt sie mit ihrem Lebensgefähren und dem gemeinsamen Sohn in Frankfurt.
Zwar unterstützten die Linken Ypsilanti bei einer Probeabstimmung der Wahl zur Ministerpräsidentin, doch Anfang November scheiterte die Wahl am Widerstand vierer SPD-Abgeordneter.