Am Rande der Grünen Woche Berlin: Zehntausende demonstrieren gegen Gentechnik
zuletzt aktualisiert: 22.01.2011 - 15:41Berlin (RPO). Ein breites Bündnis von Bauern, Umweltschützern und Verbrauchern hat am Samstag in Berlin für eine grundlegende Reform der Agarpolitik demonstriert. Der Protest richtete sich gegen die gegen industrielle Landwirtschaft, gegen Gentechnik und Massentierhaltung.
Mit über 50 Traktoren zogen die Demonstranten durch die Stadt zu einer Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor. Die Veranstalter sprachen von 22.000 Teilnehmern, die Polizei schätzte etwa 15.000 Teilnehmer.
Auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor wurde als Konsequenz aus dem Dioxin- und anderen Lebensmittelskandalen gefordert, Bundesregierung und EU sollten statt Agrarfabriken die bäuerliche Landwirtschaft fördern. "Der aktuelle Dioxin-Skandal macht den Reformstau in der Landwirtschaftspolitik schlagartig deutlich", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in seiner Rede. Ohne eine grundlegende Agrarreform in Europa werde die Bundesregierung "schon beim nächsten Lebensmittelskandal wieder ins Schlingern" geraten.
Kontrollen reichen nicht aus
Die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Maria Heubuch, sagte: "Massentierhaltung und Gentechnik sind eine gefährliche Sackgasse für die Bauern und ein erhöhtes Risiko für die Verbraucher." Für die Veranstalter erklärte Campact-Geschäftsführer Felix Kolb: "Die Bevölkerung will ein Ende der industriehörigen Landwirtschafts- und Lebensmittelpolitik." Strengere Lebensmittelkontrollen alleine reichten nicht aus. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) müsse eine echte EU-Agrarreform und den Ausstieg aus der Massentierhaltung voranbringen.
Zu der Protestaktion unter dem Motto "Wir haben es satt - Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten" hatte ein Bündnis aus rund 120 Organisationen aufgerufen. Aus dem ganzen Bundesgebiet reisten die Teilnehmer an. Bauern und Imker in Arbeitskleidung, thematisch dekorierte Wagen und Musikorchester nahmen an dem Demonstrationszug teil. Am Berliner Messegelände, wo derzeit die "Grüne Woche" stattfindet, übergaben Teilnehmer der Proteste eine Resolution an Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums.
Anlass der Demonstration war die von der Bundesregierung ausgerichtete Agrarkonferenz, die am Samstag auf der Grünen Woche begann. Beim dritten internationalen Agrarministertreffen im Rahmen der Verbrauchermesse ging es im Kern um die Frage, wie weltweit genug Nahrungsmittel zu bezahlbaren Preisen verfügbar sein können. Aigner hatte angekündigt, sich für eine Eindämmung der Spekulation auf den Preis von Lebensmitteln einsetzen zu wollen.
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