| 13.50 Uhr

Vorsitzender Aiman Mazyek
Zentralrat der Muslime kritisiert "Anne Will"

Zentralrat der Muslime kritisiert Besuch von Nora Illi bei "Anne Will"
Die vollverschleierte Muslimin Nora Illi trat bei "Anne Will" auf. FOTO: dpa, ks sab
Dortmund.  "Das war Agitprop statt Bildungsfernsehen", sagte Aiman Mazyek den "Ruhr Nachrichten". Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime kritisiert die ARD-Talkshow, bei der am Sonntag die vollverschleierte Muslimin Nora Illi zu Gast war.

"Auf dem Rücken von Millionen von Muslimen und noch mehr Ahnungslosen wird so versucht, Neo-Salafismus in Deutschland salonfähig zu machen", sagt Mazyek. Die Sendung habe ein Zerrbild gezeichnet. "Dadurch war die Empörung nicht nur unter den Muslimen groß, weil dort radikale Minderheitspositionen eine Deutungsmacht zugesprochen wird, die die mehrheitlich friedliebenden Muslime ablehnen."

Sendungen dreschen Klischees

Kritik übte Mayzek auch an dem "Tatort" aus Kiel mit Axel Milberg als Hauptkommissar Borowski, der Anlass für das Thema der jüngsten "Anne Will"-Talkshow war. Borowski hatte es in dem jüngsten Fall mit einer Schülerin aus Kiel zu tun, die zum Islam konvertiert und sich in einen Dschihadisten verliebt. "Nicht nur die Talkshow "Anne Will", auch bereits der "Tatort" davor war zum Beispiel voller Klischees über den Islam", sagte Mayzek.

Muslime seien in den Rundfunk- und Fernsehräten nicht adäquat vertreten. "Da gibt es ebenso keine ausreichende Mitsprache beim Programm, zumal Muslime genauso Gebühren abtreten. Hier muss es ein Umdenken geben. Da fehlt es an der notwendigen Sensibilität."

(bur/dpa)
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