G-8-Gipfel: Zivil-Polizisten unter den Demonstranten
zuletzt aktualisiert: 08.06.2007 - 18:36Rostock (RPO). Nach dem Ende des G-8-Gipfels hat die Polizei zugegeben, mehrere Zivilbeamte unter die Gipfel-Gegner eingeschleust zu haben. Bei der Blockade-Aktion am Sicherheitszaun am Mittwoch in Heiligendamm war ein schwarz gekleideter und vermummter Mann als Bremer Polizist identifiziert worden. Dieser sei aber nicht, wie es ihm vorgeworfen wird, als "Agent provocateur" im Einsatz gewesen.
Der Polizeiführer der Sondereinheit Kavala, Knut Abramowski, sagte am Freitag in Rostock: "Das ist in der deutschen Polizei nicht denkbar. Das hat es nie gegeben und wird es nie gegeben." Die Demonstranten warfen ihm vor, die anderen zum Steinewerfen animiert zu haben. Abramowski sagte, wenn dies stimmte, sollten sich die Augenzeugen bei ihm melden. Dann werde die Sache untersucht und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Wie viele Polizisten in Zivil eingesetzt wurden, wollte der Polizeiführer nicht sagen. Der Bremer Polizist sei eingeschleust worden, um Störerverhalten festzustellen. Als er identifiziert worden sei, sei er niedergerungen worden. Nur dem Verhalten friedfertiger Demonstranten sei es zu verdanken, dass der Polizist nicht lebensgefährlich verletzt worden sei.
"Der Einsatz ist erfolgreich"
Trotz der massiven Ausschreitungen zogen Landes- und Bundespolizei ein positives Fazit des Einsatzes. "Der Einsatz ist erfolgreich", sagte Abramowski. Die Gipfelgäste seien geschützt worden und die Veranstaltung sei störungsfrei verlaufen. Damit seien die zuvor gesetzten Ziele erreicht worden. Der Vizepräsident des Bundespolizeipräsidiums Nord, Hans-Georg Lison, sagte: "Ich halte die Ziele der Bundespolizei für erreicht."
Abramowski sagte, die Blockaden der Demonstranten seien nicht zu verhindern gewesen. Durch die "normative Kraft des Faktischen" habe man sie gewähren lassen. Auch mit einer Räumung sei die Sache nicht in den Griff zu bekommen gewesen. Das entspreche auch der Deeskalationstaktik der Polizei, die insgesamt voll aufgegangen sei.
Vorwürfen, die Festgenommenen seien in den Gefangenensammelstellen nicht menschenwürdig behandelt worden, wies Abramowski zurück. "Die Unterbringung entspricht bundesdeutschen Standard."
In der Spitze seien bis zu 17.800 Polizisten im Einsatz gewesen. 1.057 Personen seien in die Gefangenensammelstellen gebracht worden. Von ihnen seien 932 wieder entlassen worden. 125 säßen weiter ein.
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