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NRW-SPD-Spitzenkandidatin Kraft: "Zusammenhang zwischen Schulstress und Suizid"

zuletzt aktualisiert: 20.02.2010 - 13:24

Düsseldorf/Berlin (RPO). Die nordrhein-westfälische SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft hat erneut einen Zusammenhang zwischen schulischem Druck und Selbstmorden von Jugendlichen bekräftigt. "Faktisch werden die Kinder mit neun Jahren in Schubladen sortiert, aus denen sie nicht wieder herauskommen. Das schafft einen enormen Druck, der auf den Schülern, Eltern und Lehrern lastet", sagte Kraft in einem Interview.

 Foto: ddp, ddp
Foto: ddp, ddp

Sie verwies auf Aussagen von Kinderpsychologen, "die deutlich machen, dass die Zahl der psychischen Erkrankungen und der Selbstmordversuche bei Jugendlichen enorm ansteigt. Als einen der Gründe nennen sie den Druck im Schulsystem. Das muss uns zu denken geben", sagte Kraft gegenüber der "Welt am Sonntag".

Aus Sicht der SPD sei ein durchlässiges Schulsystem mit einem längeren gemeinsamen Lernen bis mindestens Klasse 6 die Alternative. CDU und FDP hatten ihr eine "niederträchtige" Argumentation vorgeworfen und forderten eine Entschuldigung, Dies wies Kraft in der "Welt am Sonntag" zurück. "Wir können dieses dramatisch wachsende Problem doch nicht ignorieren, sondern müssen ehrlich darüber diskutieren, warum die Versagensängste so stark zugenommen haben", sagte Kraft. Eltern und Kinder erlebten bereits in der Grundschule einen unerträglichen Leistungsdruck. "Dieses System ist krank und macht krank", sagte Kraft.

Vorwürfe gegen Westerwelle

In der "Hartz IV"-Kontroverse warf Kraft dem FDP-Parteivorsitzenden Guido Westerwelle Rechtspopulismus vor. "Schauen Sie sich einmal die Argumentationslinien von Herrn Berlusconi in Italien, früher von Herrn Haider in Österreich oder von den rechten Republikanern in den USA an. Da finden Sie erstaunliche Parallelen", sagte Kraft der Sonntagzeitung weiter.

Die von Westerwelle angestoßene Debatte sei "unsäglich" und die Forderung nach schärferen Sanktionen "populistischer Mist", sagte Kraft, die zugleich Stellvertreterin von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel ist. Der Forderung nach schärferen Sanktionen erteilte sie eine Absage. Kern des Problems sei vielmehr, dass mehr Arbeitsplätze notwendig seien.

Quelle: DDP/felt

 
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