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Berlin
Krebsärzte sehen keinen Grund für Sterbehilfe-Gesetz

Aufsehenerregende Sterbehilfe-Fälle
Aufsehenerregende Sterbehilfe-Fälle FOTO: AFP
Berlin. Wenn der Bundestag nun die konkrete Neuregelung der Sterbehilfe in Deutschland startet, sollte er nach Einschätzung von Krebsmedizinern nur sehr zurückhaltende Vorschriften machen und Raum für individuelle Gewissensentscheidungen lassen. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) mit neuen Zahlen über die Wünsche sterbenskranker Patienten untermauert. Von Gregor Mayntz

Demnach ist die Hälfte der Krebsärzte in Deutschland in ihrem ganzen Berufsleben noch nie wegen einer Suizidabsicht angesprochen worden, obwohl die meisten schon lange praktizieren und ständig mit Krebserkrankten im Endstadium zu tun haben. Von 775 anonym befragten Krebsspezialisten berichteten nur acht, schon einmal auf Verlangen ein Rezept für ein tödlich wirkendes Medikament ausgestellt zu haben. Nach anderen Untersuchungen tragen sich zwischen sechs und 13 Prozent der Krebspatienten mit Suizidgedanken.

DGHO-Chef Mathias Freund appellierte, angesichts der geringen Zahl Betroffener dem Verantwortungsbewusstsein der Ärzte zu vertrauen. Viele Erkrankte wünschten sich individuelle Erleichterungen. "Je besser wir arbeiten, desto weniger Nachfrage gibt es nach Sterbevereinen", sagte Freund. Heute wollen Abgeordnete einen ersten Gesetzentwurf vorstellen.

(may-)
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