| 07.16 Uhr

Berlin
Die AfD verkauft jetzt auch Goldmark

Berlin. Die eurokritische Alternative für Deutschland hat für sich den Handel mit D-Mark wieder eingeführt - freilich mit einer besonderen Variante: goldene Münzen mit D-Mark-Nachbildungen zum Preis von 485 Euro. Auch im Angebot sind kanadische und südafrikanische Münzen zu günstigeren Konditionen. Wo andere Parteien Kugelschreiber und Luftballons an Anhänger verkaufen, stellt die AfD pures Gold ins Schaufenster.

Von der Resonanz ist der AfD-Vorstand begeistert. Seit Beginn des Goldverkaufs am Mittwoch um 15 Uhr habe die Partei schon einen Umsatz von mehr als 210 000 Euro gemacht, berichtete AfD-Sprecher Christian Lüth. "Das ist mehr, als jeder deutsche Online-Shop in seinen ersten 72 Stunden ohne Werbung jemals verdient hat", schildert Lüth zum Vergleich.

Dahinter steckt freilich nicht allein die Absicht, mehr privates Geld in die Parteikassen zu spülen. Es geht um die gesetzliche Vorgabe, wonach Parteien sich nur höchstens zur Hälfte aus Staatsgeldern finanzieren dürfen. Nach den Wahlerfolgen dürfte die AfD mehr staatliche Gelder beanspruchen, wenn sie auch mehr eigene Einnahmen vorweisen könnte. Daher der Trick mit dem Goldhandel.

Der erfahrene FDP-Schatzmeister Hermann Otto Solms hält das jedoch für eine "absurde Idee", denn Goldhandel sei ja nun wirklich nicht Aufgabe von Parteien. Seine Einschätzung dürfte die Strategen der Euroskeptiker bitter enttäuschen: "Die AfD generiert damit keine wirklichen Einnahmen aus Vermögen, sondern macht Kommissionsgeschäfte." Das falle unter "sonstige Einnahmen" und werde bei der Ermittlung der zustehenden Parteienfinanzierung nicht berücksichtigt. Und so wundert sich Solms darüber, dass es "ausgerechnet die AfD" mit den Grundsätzen der Rechnungslegung nicht so genau nehme.

(may-)
 
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