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Paris
Die Attentäter und ihre Verbindungen

Paris. Nach dem Terror von Paris werden mehr Details über die Attentäter bekannt.

Abdelhamid Abaaoud Der 28-Jährige, meistgesuchter Islamist Belgiens, könnte nach Medienberichten der Drahtzieher der Anschläge sein. Er lebte früher in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek und soll marokkanische Wurzeln haben. Gesucht wird er seit einem vereitelten Terroranschlag auf Polizisten im ostbelgischen Verviers im vergangenen Januar. Damals waren beim Einsatz von Spezialkräften der Polizei zwei gesuchte Terroristen ums Leben gekommen. Abaaoud soll Kopf der gesprengten Terrorzelle gewesen sein.

Omar Ismaïl Mostefaï Der 29 Jahre alte Franzose stammt aus der Pariser Vorstadt Courcouronnes, er gehörte zum Terrorkommando im Musikclub Bataclan. Dort sprengte er sich in die Luft. Der Polizei war Mostefaï bekannt als Kleinkrimineller mit acht Verurteilungen zwischen 2004 und 2010, er saß aber nie im Gefängnis. Mostefaï stand seit einigen Jahren unter Beobachtung, weil er sich zunehmend radikalisierte. In der Türkei haben ihn Sicherheitskräfte 2014 nach Angaben aus Regierungskreisen als Terrorverdächtigen identifiziert.

Samy Amimour Ebenfalls Franzose und gebürtiger Pariser. Er gehörte zu den Selbstmordattentätern im Bataclan. Gegen Amimour wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Oktober 2012 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Damals soll er auch geplant haben, in den Jemen zu reisen. 2013 tauchte Amimour unter. Der 28-Jährige hielt sich dann nach Berichten der Nachrichtenagenturen etwa zwei Jahre in Syrien auf.

Ibrahim Abdeslam Der 31-jährige Franzose aus Molenbeek sprengte sich im Restaurant "Comptoir Voltaire" in die Luft. Er soll ein Freund des mutmaßlichen Drahtziehers Abaaoud gewesen sein. Abdeslams Bruder Salah (26) wird seit Sonntag mit internationalem Haftbefehl gesucht, auch er könnte zu den Attentätern von Paris gehört oder ihnen geholfen haben.

Bilal Hadfi Der Franzose und Wahl-Belgier gehört zu den Terroristen, die versucht haben sollen, ins Stade de France zu gelangen, und sich danach in die Luft sprengten. Mehrere Medien melden, der 20-Jährige habe ebenfalls Zeit in Syrien verbracht und sich dort dem IS angeschlossen.

Ahmed El Mohammed Ein syrischer Pass mit der Identität des 25-Jährigen wurde laut Staatsanwalt in der Nähe einer Leiche beim Stade de France gefunden. Außerdem sollen die Fingerabdrücke des Toten mit denen eines Mannes übereinstimmen, der im Oktober in Griechenland mit dem Pass als Flüchtling eingereist war. Allerdings war gestern noch nicht abschließend klar, ob das Dokument echt ist.

Baptiste Burgy Ein weiterer möglicher Terrorist wird auf der Flucht in Italien vermutet. Der Franzose Burgy (32) sei in einem schwarzen Seat unterwegs, nach dem Auto werde im Großraum Turin gesucht, berichtete die Agentur Ansa.

(dpa)
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