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Kolumne Hier In Nrw
Die i-Dötzchen kommen

Die i-Dötzchen 2016 nach NRW kommen
FOTO: RP
Der Schulbeginn ist für die (Groß-)Eltern eine kostspielige Angelegenheit. Doch das sind uns die lieben Kleinen fraglos wert.

Nächste Woche ist es so weit: Dann gehen in NRW 155.000 Mädchen und Jungen erstmals in die Schule. Endlich, werden die allermeisten von ihnen frohlocken. Schon seit Monaten gelten sie in der Kita als Schulkinder, und darauf sind sie mächtig stolz. Manche der i-Dötzchen haben in den vergangenen Monaten bereits in einen richtigen Unterricht hineinschnuppern dürfen und erlebt, was man mit Buchstaben und Zahlen machen kann. Es soll sogar Kinder geben, die bei der Einschulung schon lesen können. Mein Enkel kann seinen Namen in Druckbuchstaben schreiben – allerdings spiegelbildlich und von rechts nach links. Muss ich mir Gedanken machen? I wo, beruhigt mich eine Grundschullehrerin. Alles normal.

Normal ist auch, dass der Schulbeginn für die (Groß-)Eltern eine kostspielige Angelegenheit ist. Allein für einen vernünftigen Tornister muss man 100 Euro und mehr hinblättern. Da fällt mir ein: Bei uns im Keller muss noch ein brauner Ledertornister herumliegen. Wenn da mal eine Naht ausgefranst war, ging man zum Sattler. Aber mit so einem klobigen Ding könnte man heutzutage kein Kind mehr in die Schule schicken, wollte man es nicht dem Klassengespött aussetzen.

Zum modernen Tornister kommen das passende Mäppchen für die Stifte sowie Thermosflasche und Butterbrotdose im passenden Design hinzu. Doch das ist längst nicht alles. Die Zubehörliste ist ellenlang: Hefte, Hefter, Malblock, Knete, Filz- und Wachsmalstifte, Wasserfarben, Schulbücher und Sportbekleidung.

Zudem haben wir noch gar nicht über die Schultüten geredet. Die gibt es nach wie vor, und wahrscheinlich sind sie auch in diesem Jahr mit vielen Süßigkeiten gefüllt. Beliebt sind aber auch Kuscheltiere, Spielsachen und Plastikbausteine. Alles in allem dürften somit Kosten für die Erstausrüstung von mehr als 200 Euro entstehen. Doch das sind uns die lieben Kleinen fraglos wert.

Jetzt muss ich aber noch mal von früher reden: Bei uns in der Stadt war es in den 80er Jahren so, dass der Schulweg für Kinder – vor allem an Kreuzungen – mit weißen Kreisen und einem roten Herz darauf markiert war. Diese Zeichen auf dem Bürgersteig sind inzwischen kaum noch zu erkennen. Offenbar werden sie nicht benötigt, da viele Eltern ihre Sprösslinge mit dem Pkw zur Schule bringen. Vermutlich würden einige sie bis vor die Klasse kutschieren. Doch am Eingang so mancher Grundschule gebietet ein Plakat Einhalt. Darauf ist ein Kind zu sehen, das den Erziehungsberechtigten zuruft: "Stopp. Liebe Eltern: Ab hier schaffen wir es allein."

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