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Berlin
Die Käfig-Eier kommen zurück

Berlin. In vielen Produkten sind Eier von Legehennen aus der Ukraine verarbeitet. Von Jan Drebes

In Deutschland und der EU ist die Eierproduktion von Legehennen in Käfighaltung verboten - der Import solcher Eier aber nicht. Tierschutzverbände schlagen Alarm. Sie befürchten, dass ein seit Januar geltendes Freihandelsabkommen mit der Ukraine neuen Schwung in das Geschäft bringen könnte.

Hintergrund ist, dass zwar seit 2012 ein EU-weites Verbot der konventionellen Käfighaltung gilt. Allerdings hat die EU nach Angaben des Tierschutzverbandes Provieh im Jahr 2013 mithilfe von Hermes-Bürgschaften (sogenannten Exportkreditgarantien) den Bau ukrainischer Tierfabriken finanziell gefördert. So sei die Käfighaltung von Legehennen ins Ausland exportiert und gefestigt worden, sagte Stefanie Pöpken, Fachreferentin bei Provieh. Seitdem kämen verstärkt Eier aus Käfighaltung aus der Ukraine und anderen Drittländern mit niedrigem Tierschutzstandard auf die Märkte. Von Januar bis November 2015 exportierte die Ukraine rund 3000 Tonnen Eier in die EU. Damit stammte fast jedes fünfte importierte Ei aus der Ukraine. "Da im Januar das Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Ukraine in Kraft getreten ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Einfuhr von Käfigeiern in den nächsten Jahren zunimmt", sagte Pöpken.

Verbraucherschützer kritisieren, dass Kunden im Supermarkt kaum Kontrollmöglichkeiten hätten. Zwar gibt es für frische Eier eine Kennzeichnungspflicht über Herkunft und Art der Tierhaltung - für verarbeitete Eier in Nudeln, Mayonnaise oder Backwaren aber nicht. "Deswegen fordern wir als Verbraucherzentrale schon seit einer Weile die Einführung einer solchen europaweiten Kennzeichnungspflicht", sagte Christiane Kunzel von der Verbraucherzentrale in NRW. Immerhin: Viele Hersteller machen bereits freiwillige Verpackungsangaben.

Quelle: RP
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