Foto: AP
Jahrelang wurde vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. Jahrelang war von der Politik nicht viel Konkretes zu hören. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen und plötzlich kann man sich vor Ideen und Vorschlägen nicht retten. Wir haben die - teilweise skurrilen - Pläne aus aller Welt für Sie zusammengetragen.
Foto: AP
Aus Sorge um ihre Inseln fordern die Bewohner der nordfriesischen
Halligen mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel. Die von EU und Bundesregierung geplanten Maßnahmen zur CO2-Reduzierung sollten zügig umgesetzt werden; die vorgeschlagene Umstellung der Kfz-Steuer sei nur ein Anfang, erklärte die Geschäftsstelle Biosphäre Halligen des Amtes Pellworm am Dienstag. Es müsse weit reichende Auflagen für den Klimaschutz sowie Abgaben für jeden Energieverbrauch nach der Menge der ausgestoßenen Schadstoffe geben.
Foto: AP
Eine kräftig erhöhte Gebühr soll
Irlands Verbraucher dazu bringen, wieder weniger Einweg-Plastiktüten zu benutzen. Die vor fünf Jahren zunächst mit Erfolg eingeführte Gebühr werde von den Kunden zunehmend ignoriert, begründete Umweltminister Dick Roche am Mittwoch den Aufschlag. So sei im vergangenen Jahr die Zahl der ausgegebenen Plastiktüten je Einwohner um 30 Prozent gestiegen. Statt bisher 15 Cent müssen Verbraucher nun ab dem 1. Juli 22 Cent je Tüte zahlen.
Foto: AP
Als erstes Land der Welt will Australien die
Verwendung herkömmlicher Glühbirnen verbieten, um Energieverbrauch und Treibhausgase zu drosseln. Stattdessen sollen künftig nur noch Energiesparlampen eingesetzt werden, wie Umweltminister Malcolm Turnbull am Dienstag mitteilte. Australien gehört wie die USA zu den Ländern, die sich aus wirtschaftlichen Gründen dem Klimaschutzprotokoll von Kyoto verweigern.
Umweltschützer kritisierten die Ankündigung der konservativen Regierung als Tropfen auf den heißen Stein.
Foto: AP
CSU-Generalsekretär Markus Söder fordert die
Koppelung der Erbschaftsteuer an Klimaschutzmaßnahmen. Bei der Vererbung von Immobilien solle sich die Höhe der Steuer danach richten, wie gut die Gebäude unter ökologischen Gesichtspunkten modernisiert werden, sagte Söder der "Passauer Neuen Presse". Insbesondere Erben von Altbauten sollten bei entsprechenden Investitionen kräftig entlastet werden.
Foto: AP
Der Sportwagenhersteller
Porsche, dessen Flotte europaweit am meisten Kohlendioxid ausstößt,
sieht sich als Vorreiter der Ökoautos. "Porsche gehört zu den Pionieren beim Bau umweltverträglicher Autos" und habe schon 1966 als erster europäischer Hersteller Abgastests durchgeführt, sagte Forschungsvorstand Wolfgang Dürheimer dem "Tagesspiegel am Sonntag".
Mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 290 Gramm pro Kilometer lag Porsche im Jahr 2006 an der Spitze der europäischen Autohersteller.
Foto: AP
Deutsche und dänische Naturschützer rufen zum
Verzicht auf die geplante Beltquerung zwischen Fehmarn und dem dänischen Lolland auf. Bis zum Jahr 2050 sagten Klimamodelle bereits deutlich mehr und stärkere Stürme über der Ostsee voraus. In diesem Fall müsste die Brücke immer häufiger gesperrt werden. Zudem stünden die Kosten von etwa 4,2 Milliarden Euro nicht im Verhältnis zum Nutzen. Chancen sehen NABU und DN in der "umweltfreundlichen Modernisierung und dem Ausbau der Fährverbindungen" zwischen Deutschland und Dänemark.
Foto: AP
Berlin möchte sich an den
Klimaschutz-Konzerten des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore beteiligen. "Wenn bei den Initiatoren ein Interesse daran besteht, ein Zusatzkonzert in Berlin auszutragen, müssen sie nur ein Signal geben. Wir empfangen sie mit offenen Armen", sagte Senatssprecher Michael Donnermeyer. Nach Angaben der Organisatoren sollen die Auftritte möglichst umweltfreundlich organisiert werden und so
einen "neuen grünen Standard für Veranstaltungen" setzen. So sollen erneuerbare Energien und kompostierbare Kunststoffe eingesetzt werden; die Reisen der Künstler zu den Konzerten sollen durch den Kauf von CO2-Zertifikaten ausgeglichen werden.
Foto: AP
Längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke forderten Unions-Politiker und Wirtschaftsvertreter. Alle anderen Energieproduzenten seien nicht in der Lage, die Klimaschutzziele zu realisieren. BDI-Präsident Jürgen Thumann sprach sich dafür aus, die Laufzeiten der Kernkraftwerke um 10 Jahre zu verlängern.
Foto: AP
Schanghai, Kanton und andere große chinesische Küstenstädte sind in Gefahr, wenn die Erderwärmung und der Anstieg der Meere wie erwartet weiter gehen. Einem Bericht zufolge arbeitet die chinesische Regierung an einer
Aufklärungskampagne zur globalen Erwärmung und will klimafreundliche Technologien entwickeln. China ist weltweit der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen hinter den USA. Vom durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausstoß her liegen die 1,3 Milliarden Chinesen jedoch weit hinter den Industriestaaten.
Foto: AP
Der Bundestag sollte nach dem Willen der Grünen die
41 Wagen der Fahrbereitschaft durch umweltfreundlichere Autos ersetzen. Bislang fahren die Parlamentarier in Limousinen wie zum Beispiel der Mercedes E-Klasse mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von 167 Gramm pro Kilometer und 5er-BMW mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von 185 Gramm pro Kilometer.
Foto: AP
Die Bundesregierung will
Ausgleichzahlungen für CO2-Emissionen leisten, die durch Dienstreisen aller Mitarbeiter entstünden.
Foto: AP
Zum
"Energie-Fasten" hat die Lübecker evangelische Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter aufgerufen. Neben dem Verzicht auf Zigaretten, Alkohol oder Fernsehen solle mit der am Mittwoch beginnenden Fastenzeit in diesem Jahr "die dringlich gebotene Energiewende auch im persönlichen Bereich" eingeläutet werden, sagte sie in Lübeck. Das
christliche Gebot zur Bewahrung der Schöpfung fordere von allen Menschen heute vor allem, Energie zu sparen und effizienter zu nutzen. Jeder könne zu einem verminderten Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid beitragen. Angesichts des Ausmaßes der Bedrohung durch den Klimawandel bekomme "energiebewusstes Verhalten die
Qualität einer Gewissensentscheidung", so die Bischöfin.
Foto: AP
Das Umweltbundesamt will, dass Bund, Länder und Gemeinden bei der Energieversorgung
verstärkt auf "grünen Strom" setzen und Energie aus Wind, Wasser und Biomasse nutzen. Auch die CDU sprach sich dafür aus, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung zu steigern.
Foto: AP
Die Grünen mahnten eine
spürbare Besteuerung von Flugbenzin an. Das Fliegen müsse einen realistischeren Preis haben. Ein Ende der Steuerbefreiung für Flugbenzin forderte auch das Umweltbundesamt.
Foto: AP
Der parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Michael Müller (SPD), forderte große Kommunen auf, die
Einführung einer City-Maut voranzutreiben. Entsprechende Vorschläge sollte der Deutsche Städtetag unterbreiten. Die Grünen sprachen sich für eine Ausweitung der Lkw-Maut für alle Kleintransporter ab 3,5 Tonnen aus. Auch sollte die Maut nach Ansicht der Partei innerhalb von zwei Jahren schrittweise auf alle Bundesstraßen ausgedehnt werden.
Foto: AP
Die Linksfraktion forderte als Maßnahme zum Klimaschutz den
Umzug aller in Bonn verbliebenen Ministerien an die Spree, da noch immer Tausende Mitarbeiter der Bundesregierung von Bonn nach Berlin und umgekehrt flögen.
Foto: AP
Die Grünen forderten als Sofortmaßnahme zum Klimaschutz ein
Tempolimit von 120 oder 130 Stundenkilometern auf den Autobahnen.
Foto: AP
Die EU-Kommission hält angesichts verfehlter Klimaschutzziele durch europäische Autohersteller die
Einführung eines CO2-Zertifikathandels bei Pkw für möglich. Für den Ausstoß von Kohlendioxid sollte eine einheitliche Grenze von 120 Gramm CO2-Ausstoß je Kilometer angestrebt werden.
Foto: AP
Der Chef des Reiseveranstalters Alltours, Willi Verhuven, erklärte, er halte die Einführung einer
Kerosinsteuer für gerechtfertigt. Der «Bild am Sonntag» sagte Verhuven außerdem, mit
Billigflugtickets «für 19 oder 29 Euro sollten wir nicht unnötig die Umwelt belasten».
Foto: AP
UN-Umweltdirektor Achim Steiner sagte der «Bild am Sonntag» zufolge: «Der Gesetzgeber sollte handeln und wie in England eine
Steuer auf Flugtickets einführen.» Dies würde Urlaubern die Illusion nehmen, der Preis für ihre Reise betrage tatsächlich nur wenige Euro. Tatsächlich sei der Preis, den die Gesellschaft bezahle, wegen den Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Umwelt sehr viel höher. Auch
Benzin ist laut Steiner immer noch zu billig, wenn man die langfristigen Kosten des Brennstoffverbrauchs berücksichtige.
Foto: AP
Die rumänische Delegation rief die Gäste des geplanten ökumenischen Kirchentreffens in Hermannstadt im September auf, bei ihrer Anreise
keine Billigflieger zu benutzen und in Sibiu (Hermannstadt) den Klimawandel und die Verantwortung für die Schöpfung zu thematisieren. Wer denn unbedingt mit dem Flugzeug anreisen müsse, solle so genannte
grüne Flugtickets nutzen, in deren Preis ein Umwelt-Ausgleich enthalten sei, sagte Dörr.
Foto: AP
Flucht vor dem Umweltschutz: Die Lufthansa droht damit, europäische und internationale Flüge künftig verstärkt über Zürich und nicht mehr über Frankfurt am Main abzuwickeln. Hintergrund dieser Drohung ist der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Emissionsrechte-Handel, um den Ausstoß des Klimagases CO2 zu senken.