NATO und Regierung auf Mandat verständigt: Die UCK löst sich offenbar auf
zuletzt aktualisiert: 27.09.2001 - 16:06Sipkovica (rpo). Die Nationale Befreiungsarmee (UCK) der albanischen Rebellen in Mazedonien löst sich offenbar auf. Dies zumindest sagte Rebellenführer Ali Ahmeti am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Sipkovica.
"In der vergangenen Nacht hat sich die UCK formal aufgelöst, und seit der vergangenen Nacht sind alle Kämpfer normale Bürger dieses Landes", sagte Ahmeti in der Rebellenhochburg Sipkovica im Nordwesten Mazedonien.
Ahmeti bekräftigte, dass die militante Albanerbewegung zum Frieden und dem Reformprozess in Mazedonien bereit sei. Er forderte die Regierung auf, das Programm für die Straffreiheit der Rebellenkämpfer umzusetzen. "Es ist von zentraler Bedeutung, ein breite Amnestie für alle Kämpfer zu haben, um sie in die Gesellschaft zu integrieren."
Der Rebellenchef versicherte, seine Bewegung sei bereit, an einem international unterstützten Rückkehrprogramm für die Vertriebenen aller Volksgruppen in Mazedonien mitzuarbeiten. Er forderte die politischen Parteien im Parlament auf, die Verabschiedung der Verfassungsänderungen des Friedensplans nicht mit neuen Änderungsvorschlägen zu blockieren.
Der Militärführer der UCK-Rebellen, Gezim Ostreni, versicherte, seine Kämpfer seien vollständig entwaffnet. Am Dienstag um 12.00 Uhr seien die letzten Waffen an die NATO-Truppe in Mazedonien abgegeben worden. Nach seinem Verständnis kann die UCK-Organisation deshalb jetzt auch nicht mehr für mögliche Verletzungen der Waffenruhe verantwortlich gemacht werden.
NATO und mazedonische Regierung verständigten sich unterdessen auf ein neues Mandat für die Entsendung von Truppen in das Balkanland. Wie am Donnerstag in Brüssel aus NATO-Kreisen verlautete, sollen die Soldaten zum Schutz internationaler Beobachter zunächst drei Monate in Mazedonien bleiben. Danach könne das Mandat unter Zustimmung der Regierung in Skopje verlängert werden. Die Mission "Amber Fox" (Bernsteinfarbener Fuchs) soll eine Stärke von 700 Soldaten haben, davon werden bis zu 600 aus Deutschland kommen.
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