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Frankfurt
Die Wirtschaft sorgt sich nur vor neuen Grenzkontrollen

Frankfurt. Die Anschläge von Paris haben die Anleger nur kurz nervös gemacht. Am Morgen gingen die Aktienkurse in Tokio, Frankfurt und Paris zwar um ein Prozent nach unten, doch bis zum Abend erholten sie sich wieder. Der Dax schloss leicht im Plus bei 10.713 Punkten. "Die Erfahrung zeigt, dass Terrorakte die konjunkturelle Entwicklung in den westlichen Volkswirtschaften nicht aus der Spur bringen", sagt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank. Auch nach den Anschlägen in Madrid 2004 und London 2005 blieb die Konjunktur stabil. Nicht einmal der 11. September 2001 traf die US-Konjunktur nachhaltig.

Auch der Tourismus ist meist nur kurz betroffen. Die Nachfrage nach Paris-Tickets sei zurückgegangen, aber nicht eingebrochen, erklärte die Lufthansa. Die Fluggesellschaft bietet Passagieren an, Tickets für Reisen nach Paris bis morgen kostenlos umzubuchen. Auch die Tourismuskonzerne Tui und Thomas Cook sind kulant und bieten Gästen kostenlose Stornierungen an. Die Aktien von Accor Hotels, Air France-KLM und Lufthansa fielen zeitweise zwischen vier und sechs Prozent. Das ist aber weniger, als ein Konzern bisweilen an der Börse nach überraschenden Verlusten verliert.

Das Einzige, was die Wirtschaft wirklich fürchtet, sind scharfe Reaktionen der Politik wie neue Grenzkontrollen. Die Freiheit der Güter, von Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften in der Europäischen Union hat gerade die deutsche Exportwirtschaft beflügelt. Sollten diese Freiheiten nun dauerhaft durch langwierige Kontrollen oder gar Schlagbäume eingeschränkt werden, würden die Transportkosten wieder steigen und würde die internationale Arbeitsteilung behindert. Damit könnten die Staaten sich am Ende selbst schaden.

(anh)
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