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Doppelmoral im Vatikan

Die Mauern des Vatikan sind hoch, und leider spielt sich dahinter offenbar längst nicht nur Gottgefälliges ab. Was es genau mit den 20.000 Euro Bargeld auf sich hat, die jetzt in der Schreibtischschublade eines leitenden Mitarbeiters der Glaubenskongregation gefunden wurden, ist bislang noch ungeklärt. Ebenso wie die Rolle, die der Chef der mächtigen Kirchenbehörde, der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, in diesem Zusammenhang gespielt hat. Der Schaden ist trotzdem angerichtet: Erneut wird der Ruf der Kurie aufgrund ihres fragwürdigen Finanzgebarens ramponiert. Von Matthias Beermann

Die Reihe der Skandale reißt nicht ab. Manche mögen sich mit mangelnder Professionalität im Umgang mit dem anvertrauten Geld erklären. Schlimm genug. Vielfach dürfte aber auch eine sehr menschliche Schwäche im Spiel sein: Gier. Papst Franziskus persönlich hat ihr den Kampf angesagt. Dass jetzt interne Ermittler eine Razzia durchgeführt haben, zeigt seine Entschlossenheit. Denn solange hinter den vatikanischen Mauern eine Doppelmoral gelebt wird, kann die Kirche nicht glaubwürdig sein.

Quelle: RP
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