Wieder die ETA im Verdacht: Drei Leichtverletzte bei Bombenexplosion
zuletzt aktualisiert: 28.07.2001 - 11:39Barcelona (rpo). In Spanien hat es wieder einen Bombenanschlag gegeben und wieder wird die baskische Terrorgruppe ETA dahinter vermutet. Bei der Explosion einer Paketbombe wurden drei junge Menschen zwischen 19 und 23 Jahre leicht verletzt.
Wie die Polizei weiter mitteilte, entstand an einer Bankfiliale und einem angrenzenden Geschäft Sachschaden.
Die Paketbombe war gegen 2.30 Uhr im Zentrum von Barcelona explodiert. Unbekannte hatte den Sprengkörper in einer Plastiktüte zwischen den Gitterstäben vor den Fenstern der Bank deponiert.
Ein zweites verdächtiges Paket wurde von den Sprengstoffspezialisten der Polizei untersucht. Dabei handelte es sich nicht um eine Bombe. Ob es ein Anschlag der baskischen Terrorgruppe ETA war, war zunächst nicht bekannt.
Bei einem fehlgeschlagenen Autobomben-Anschlag baskischer Separatisten auf den Flughafen von Malaga war die südspanische Urlauber-Metropole anscheinend nur knapp einer Katastrophe entgangen. Mutmaßliche ETA-Terroristen hatten am Donnerstag einen Pkw mit 60 Kilogramm Dynamit auf dem Parkplatz vor dem Hauptterminal des Airports abgestellt. Aus unbekannten Gründen explodierte die Autobombe aber nicht.
Eine weitere Bombe wurde entschärft
In einer hochriskanten, sechsstündigen Operation entschärften Sprengstoff-Experten der Polizei die in einem Koffer versteckte Bombe. Es sei völlig unklar, weshalb der Sprengsatz nicht explodiert sei, sagte ein Behördensprecher. Die Bombe sei mit einem Zünder verkabelt gewesen. Eine Explosion des Dynamits hätte eine «Katastrophe» auf dem von Urlaubern stark frequentierten Flughaben zur Folge gehabt.
Der Flughafen von Malaga ist die wichtigste Drehscheibe für die Urlauberflüge an die Costa del Sol. In der Hauptreisesaison ist er einer der verkehrsreichsten Airports in Spanien. Während der Entschärfung der Autobombe wurde das Hauptterminal zur Sicherheit geräumt. Die Urlauber und die übrigen Fluggäste mussten auf ein Nebengebäude ausweichen. In den frühen Morgenstunden hatte ein anonymer Anrufer im Baskenland im Namen der ETA auf den Sprengsatz hingewiesen und vor der baldigen Explosion gewarnt. Die Bombe detonierte aber nicht zum angegebenen Zeitpunkt.
In der baskischen Zeitung «Gara» hatte sich die ETA in einem abgedruckten Kommunique zu 15 Terroranschlägen in der Zeit von März bis Mitte Juli bekannt. Danach war die ETA unter anderem für die Morde vor knapp zwei Wochen an dem konservativen spanischen Kommunalpolitiker Jose Javier Mugica und dem Polizeibeamten Mikel Uribe sowie drei weitere Morde verantwortlich. In diesem Jahren wurden insgesamt elf Menschen bei ETA-Anschlägen getötet.
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