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Berlin
Druck auf Oettinger wegen "Schlitzaugen"-Rede wächst

Berlin. EU-Kommissar Günther Oettinger sieht sich wegen seiner "Schlitzaugen"-Äußerung mit Rücktrittsforderungen und scharfer Kritik konfrontiert. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte, die Bemerkungen verdeutlichten, dass manche westliche Politiker "ein irritierendes Gefühl der Überlegenheit" hätten. Die Sprecherin sagte weiter: "Wir hoffen, dass sie lernen, wie man andere als gleichwertig ansieht und mit Respekt behandelt."

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Europaparlament, Rebecca Harms, sagte dem "Tagesspiegel": "Deutschland kann bestimmt besser vertreten werden in Brüssel." Der frühere baden-württembergische CDU-Ministerpräsident sei "in jeder Hinsicht ein Mann von gestern". Oettinger hatte in einer Rede in Hamburg unter anderem Chinesen als "Schlitzaugen" bezeichnet, von einer "Pflicht-Homo-Ehe" gesprochen und missverständliche Äußerungen zur Frauenquote gemacht.

Der Versuch, die Aussagen herunterzuspielen, änderte daran bislang nichts. Seine Worte über "Schlitzaugen" seien eine "saloppe Äußerung" gewesen, hatte Oettinger der Zeitung "Die Welt" gesagt. Er habe nur auf die wachsende Konkurrenz durch Länder wie China oder Südkorea hinweisen wollen. Zur Homo-Ehe erklärte er, er habe nur darüber gesprochen, weil sie eines der Themen in der öffentlichen Debatte sei.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der Oettinger theoretisch entlassen könnte, äußerte sich bis gestern nicht öffentlich zum Inhalt der Rede. Oettinger soll demnächst EU-Kommissar für Haushalt und Personal werden.

(dpa)
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