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Nach Selbstmord
Al Bakrs Familie will wohl Anzeige gegen Justizbeamte erstatten

Dschaber al Bakr: Familie stellt Anzeige gegen Justizbeamte
In der Justizvollzugsanstalt Leipzig erhängte sich al Bakr. FOTO: dpa
Leipzig. Der Terrorverdächtigen Dschaber al Bakr hat sich in der vergangenen Woche in einer Gefängniszelle in Leipzig erhängt. Nun will seine Familie laut einem Medienbericht Strafanzeige gegen die Beamten der Justizvollzugsanstalt Leipzig stellen.

Die Verwandten des mutmaßlichen Terroristen fordern damit die Überprüfung, ob die Beamten fahrlässig handelten, als sie al Bakr in einem Haftraum alleine ließen. Das bestätigte Alexander Hübner, der Leipziger Anwalt der Familie, der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und WDR. 

Ihr Vorwurf: Die Beamten hätten al Bakr in einem Haftraum nicht genügend beaufsichtigt. Lediglich alle 30 Minuten schauten die Justizbeamten nach dem Mann aus Syrien in der Zelle – obwohl er eine Lampe zerstört und Steckdosen manipuliert haben soll. "Dass das nicht lege artis gelaufen ist, wie auch unser Justizminister sagt, ist ja offensichtlich", sagte der Anwalt dem Rechercheverbund.

Al Bakr war bei einem Polizeieinsatz in Chemnitz am 8. Oktober zunächst dem Zugriff der Beamten entkommen. In einer von ihm genutzten Wohnung wurden eineinhalb Kilogramm hochexplosiven Sprengstoffs gefunden. Später wurde der Syrer in Leipzig festgenommen. Wenige Tage später erhängte er sich in der Justizvollzugsanstalt Leipzig. Der Suizid des 22-Jährigen, der Verbindungen zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) unterhalten haben soll, führte zu massiver Kritik an der sächsischen Justiz.

(mre mit afp)
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