Notfalls Gefängnisse füllen: Ecuadors Präsident droht Streikenden
zuletzt aktualisiert: 13.06.2000 - 07:39Quito (dpa). Ecuadors Präsident Gustavo Noboa hat angesichts einer Welle von Streiks Arbeitern und Angestellten mit Gefängnisstrafen gedroht. "Ich habe kein Problem, die Gefängnisse zu füllen, um das Chaos, den Missbrauch und die Gesetzesverletzungen" zu beenden, warnte Noboa am Montag (Ortszeit).
Für Donnerstag haben linksgerichtete Arbeiter- und Indio-Organisationen zu einem "Aufstand" gegen die Regierung und deren Wirtschafts- und Sozialpolitik aufgerufen.
Besonders umstritten ist die Öffnung und Privatisierung der rückständigen Wirtschaft des Landes, die Zerschlagung von Monopolen und die Umstellung auf den Dollar als einzig gültige Währung. Der Andenstaat befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Noboa wurde erst im Januar von der Militärführung nach einem Indioaufstand gegen dessen Vorgänger an die Macht gebracht.
In einem Fernsehinterview kritisierte er den seit mehr als vier Wochen andauernden Streik von 109 000 Lehrern als "massive Verletzung der Menschenrechte, weil fast zwei Millionen Kinder davon betroffen sind". Außerdem streiken seit fast einem Monat 24 000 Angestellte staatlicher Krankenhäuser, die nur noch einen Notdienst aufrecht erhalten.
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