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Fürs Vorstellungsgespräch gibts Freigang: Egon Krenz auf Jobsuche

zuletzt aktualisiert: 01.03.2000 - 12:39

Berlin (dpa) . Der frühere DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz hat das Gefängnis Berlin-Plötzensee schon vier Mal verlassen. Am Wochenende habe Krenz seine Familie an beiden Tagen besucht, sagte sein Anwalt Robert Unger am Mittwoch der dpa. Zudem habe sich Krenz seit seinem Haftantritt am 13. Januar bei einem möglichen Arbeitgeber um eine Stelle beworben und die Berliner Gedenkstätte Plötzensee besucht.

Krenz kann die Anstalt regelmäßig zum Freigang verlassen, wenn er einen geeigneten Arbeitsplatz nachweisen kann, sagte Unger weiter. Eine von Krenz angegebene beratende Tätigkeit bei einer Firma, die im Ost-West-Handel tätig ist, habe die Berliner Justiz allerdings nicht akzeptiert. Daher suche der 62-Jährige nun eine andere Arbeit, bestätigte der Anwalt Medienberichte.

Krenz hatte seine Haftstrafe von sechseinhalb Jahren wegen Totschlags an DDR-Flüchtlingen im Januar angetreten. Er saß zunächst in der Anstalt Berlin-Hakenfelde und verbüßt jetzt seine Strafe im offenen Vollzug in Plötzensee. Wann Krenz den nächsten Ausgang erhält, konnte Unger nicht sagen.

Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Leipzig hatte Krenz' Verurteilung zu sechseinhalb Jahren Haft am 9. November bestätigt. Auch die Strafen für die früheren Politbüro-Mitglieder Günter Schabowski und Günther Kleiber von jeweils drei Jahren wurden rechtskräftig. Alle drei waren wegen ihrer politischen Verantwortung für Berliner Mauer und Stacheldraht des Totschlags an DDR- Flüchtlingen schuldig gesprochen worden.

Quelle: RPO Archiv

 
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