Viertägiger Besuch im Baltikum: Eichel: EU-Altmitglieder sollen selbstständiger werden
zuletzt aktualisiert: 16.08.2001 - 13:44Riga (rpo). Die Finanzhilfe für Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien und Irland sollte nach Ansicht von Finanzminister Hans Eichel (SPD) bald reduziert werden. Die EU-Mitglieder wären mittlerweile in der Lage, auf einen Teil der Struktur- und Finanzhilfen zu verzichten. Das sagte Eichel bei einem Besuch der lettischen Hauptstadt Riga.
"Diese Länder könnten enttäuscht sein über diese Entscheidung, also sollte ein Kompromiss erreicht werden", sagte Eichel. Da die Erweiterung das EU-Budget neu belasten werde, sei der Schritt aber für die "finanzielle Stabilität der EU" notwendig.
Eichel hält sich seit Dienstag zu einem viertägigen Besuch im Baltikum auf. Lettland, Litauen und Estland werden zu den aussichtsreichsten EU-Kandidaten gezählt. "Investitionen in die Erweiterung ist eine Investition in die Zukunft der Union", sagte Eichel. Nur die Wiedervereinigung Europas könne Kriege in Europa stoppen.
Der Finanzminister sprach sich dafür aus, Russland in gemeinsame Projekte der EU einzubeziehen, um etwaige Bedenken in Russland gegen die Erweiterung auszuräumen. "Dies ist von Beginn an wichtig, besonders für die baltischen Staaten", sagte er.
Am Nachmittag wird Eichel in der estnischen Hauptstadt Tallin mit seinem dortigen Amtskollegen Siim Kallas zusammentreffen. An diesem Freitag schließt er seine Visite im Baltikum nach einem Gespräch mit dem estnischen Ministerpräsidenten Mart Laar ab.
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