Treffen der EU-Finanzminister: Eichel und Fabius: Dänemarks Nein ohne Auswirkung auf Euro
zuletzt aktualisiert: 29.09.2000 - 10:10Brüssel (dpa). Unter dem Eindruck der dänischen Euro-Ablehnung haben die EU-Finanzminister am Freitag in Brüssel ihr Treffen begonnen. Nach Einschätzung Deutschlands und Frankreichs ist die Gemeinschaftswährung nicht gefährdet. "Das ist eher ein Nachteil für Dänemark. Auswirkungen für den Euro sehe ich nicht", sagte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) am Rande der Tagung.
Sein französischer Amtskollege und derzeitige EU-Ratsvorsitzende Laurent Fabius sagte, es gebe keine Effekt auf den Euro. Die Eurozone mit 300 Millionen Menschen bleibe eine Zone des Wachstums. Der niederländische Finanzminister Gerrit Zalm erklärte: "Die wirtschaftliche Bedeutung Dänemarks ist begrenzt."
Eichel sagte, Dänemark verfüge nur über 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone. "Das hat keine nennenswerte Bedeutung." Er sprach von einer bedauerlichen Entscheidung in Dänemark. Die Dänen hätten bereits zum EU-Beitritt zwei Referenden gebraucht. Dänemark bleibe aber auf Europakurs und im europäischen Währungssystem. Eichel verwies darauf, das Votum sei auf den Märkten "ganz unaufgeregt" aufgenommen worden.
Der finnische Finanzminister Sauli Niinistö sagte: "Wir würden gerne unsere nordischen Nachbarn in der Eurogruppe sehen." Bisher ist auch Schweden außerhalb des Euroclubs. Sein österreichischer Kollege Karl-Heinz Grasser erklärte: "Das ist ein bisschen auch Ausdruck von Nachwehen zu den Sanktionen Österreichs, denn hier hat sich die Union nicht sehr demokratisch erwiesen." Die politische Isolierung der 14 EU-Staaten gegen Wien war vor wenigen Wochen aufgehoben worden.
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