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Düsseldorf
Ein denkwürdiges Interview mit einem alten Fuchs

Düsseldorf. Man schrieb das Jahr 1997, Hans-Dietrich Genscher war längst nicht mehr Außenminister und nur noch Ehrenvorsitzender der FDP, einer Partei, die mal wieder in den Umfragen hart an der Fünf-Prozent-Hürde schrammte. Da liegt es nahe, dachten sich zwei junge, ambitionierte Korrespondenten der "Rheinischen Post" am damaligen Bonner Sitz der Bundesregierung, den Haudegen Genscher zu befragen, wie es denn weitergehen sollte. Man wurde höflich empfangen und plauderte bei Kaffee und Keksen in einem zweckmäßig eingerichteten Büro im "Tulpenfeld".

Genscher holte die ganze Welt in den kleinen Raum, er sprach souverän und stets druckreif. Beeindruckt verließen die Korrespondenten die Doppelstunde Geschichte. Doch bei der Frage, welche Schlagzeile über dem Interview stehen könnte, waren sie einigermaßen ratlos. Der alte Fuchs hatte viel geredet, aber nichts gesagt. Am Ende wurde es die legendäre Zeile: "Genscher: Die FDP braucht einen langen Atem".

(bew)
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