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Genf
Ein italienischer Schwede soll in Syrien Frieden stiften

Genf. Der weißhaarige Herr nimmt seinen Platz auf dem Podium im Völkerbundpalast ein. Auf seiner Nase sitzt eine bügellose Brille, ein Siegelring prangt am linken kleinen Finger. Staffan de Mistura (69) entschuldigt sich für seine Verspätung. Dann kommt er zur Sache: Die für morgen geplanten Gespräche zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien würden "ein sehr, sehr hartes Stück Arbeit". Niemand solle auf rasche Ergebnisse hoffen. Von Jan Dirk Herbermann

Ob eine friedliche Lösung möglich ist, hängt auch vom Geschick de Misturas ab. Denn er, der Sondergesandte der Uno für Syrien, leitet die Gespräche zwischen dem Assad-Regime und Oppositionellen: eine Konferenz der Todfeinde. Immerhin kann der italienisch-schwedische Diplomat de Mistura von Erfahrungen in mehr als 40 Uno-Jahren zehren. Sein neuer Job als Friedensstifter dürfte aber der härteste seiner Karriere sein. Vor ihm versuchten sich schon der frühere algerische Außenminister Lakhdar Brahimi und der frühere Uno-Generalsekretär Kofi Annan als Sondergesandte für Syrien. Beide gaben entnervt auf.

"Ich fühle mich sehr geehrt", sagte de Mistura, ganz Gentleman der alten Schule, 2014 zu seiner Nominierung. Doch er wusste schon damals: Er hatte sich auf eine "fast unmögliche Mission" eingelassen. Seitdem ist der Mann mit dem Adelstitel Marchese auf Achse: Seine Mission führt ihn nach Washington, New York, Moskau, Damaskus, Ankara und andere Städte.

Er verhandelt, erklärt, überzeugt. Dabei verfolgt er unbeirrt seine Ziele - immer gemildert durch seine Umgangsformen. De Mistura kam 1947 als Sohn einer Schwedin und eines geflohenen italienischen Adeligen in Stockholm zur Welt. Nach Jesuitenschule und Politik-Studium in Rom startete er 1971 seine Karriere bei den UN. Herausragend waren seine Positionen als Repräsentant des Uno-Generalsekretärs im Libanon, als Leiter der Uno-Missionen im Irak und Afghanistan. Neben Italienisch und Schwedisch spricht der Weltbürger Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch. Zudem hat er sich auch ein umgangssprachliches Arabisch angeeignet - für den Syrien-Vermittler zweifellos ein großes Plus.

Quelle: RP
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