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Düsseldorf
Eine ehrliche Selbstauskunft

Düsseldorf. Natürlich ist dieses Buchinterview ein Politikum - ein Kirchenpolitikum. Weil alle Welt das auf die Goldwaage legt, was ein emeritierter Papst seiner Kirche praktisch von den hinteren Plätzen aus noch zuruft. Da hilft es auch wenig, wenn sein Nachfolger, Papst Franziskus, betont, dass dieser Band in Rücksprache und im Einverständnis mit ihm erschienen ist. Ohne irgendwelche Auflagen hat Franziskus die Zustimmung zu diesem Band erteilt. Dass das Buch dennoch ein paar Diskussionen entfachte, liegt auch an der jeweiligen Lesart. Von Lothar Schröder

Auf die keineswegs neue Kritik des 89-Jährigen, durch zu viele bezahlte Mitarbeiter leide das kirchliche Leben hierzulande unter einer ungeistlichen Bürokratie, reagierte des Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, postwendend: Es gebe in allen Bistümern "hoch engagierte und sehr gute Leute", betonte er. In dieser Pauschalität könne er die Kritik jedenfalls nicht verstehen. Der Jesuit Andreas Batlogg bezeichnete das Interview des emeritierten Papstes gar als "stillos".

Das Buch aber ist vor allem ein bewegendes menschliches Zeugnis - mit der offenen und ehrlichen Selbstauskunft eines katholischen Oberhauptes, die es so in der langen Geschichte der Kirche noch nicht gegeben hat. Benedikt XVI. war vom 19. April 2005 bis zum Amtsverzicht am 28. Februar 2013 Oberhaupt der römisch-katholische Kirche und der erste deutsche Papst seit Hadrian VI. im Jahr 1523.

Quelle: RP
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