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Berlin
Einzelfallprüfung für Syrer startet in wenigen Tagen

Berlin. Aufgeschreckt von Meldungen über Tausende von Blanko-Pässen in der Hand der Terrormiliz Islamischer Staat, dringen Sicherheitsexperten auf eine baldmögliche Rückkehr zur Einzelfallprüfung für syrische Flüchtlinge. "Wir müssen angesichts der Gefahr, dass Terroristen als Flüchtlinge getarnt in unser Land einreisen, grundsätzlich bei jedem zu uns kommenden Flüchtling eine eingehende Prüfung seiner Identität und seiner Schutzbedürftigkeit vornehmen", sagte Unions-Innenpolitiker Stephan Mayer. Ein Ministeriumssprecher kündigte einen zeitnahen Start der gründlicheren Überprüfung an. Das Flüchtlingsbundesamt erklärte, man stehe bereits "in den Startlöchern". Von Gregor Mayntz

Parallel dazu soll zum Jahreswechsel auch die Pilotphase mit den neuen Ankunftsnachweisen beginnen. Dabei werden auch Fingerabdrücke aller Flüchtlinge genommen und registriert. Zudem sollen die Mitarbeiter bei den Anhörungen der Flüchtlinge durch ergänzende Informationen Gewissheit über die Aussagekraft der Ausweisdokumente gewinnen. Das Bundesamt versicherte, auch bei den jetzigen beschleunigten Verfahren die Papiere mit einer Datenbank abzugleichen, in der Nummern entwendeter Pässe aufgeführt sind.

Offensichtlich sind den Geheimdiensten viele jener Passnummern bekannt, die dem IS bei seinen Eroberungen in Syrien mitsamt Original-Stempeln auf echten Blanko-Dokumenten in die Hände gefallen sind. Der IS verkaufe sie, könne sie natürlich aber auch dazu nutzen, um Terroristen getarnt nach Deutschland einzuschleusen. Deswegen arbeiteten die Behörden auch an einem "geschlossenen Datensystem für alle Flüchtlinge".

(may-)
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