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Freiwillige Selbstkontrolle: Elf Großbanken wollen Geldwäsche "erschweren"

zuletzt aktualisiert: 31.10.2000 - 14:38

Zürich (dpa). Elf international tätige Privatbanken haben sich auf Grundsätze zur Bekämpfung der Geldwäsche geeinigt. Diese sehen unter anderem die Schaffung einer unabhängigen Geldwäsche-Instanz innerhalb jeder einzelnen Bank vor. Die Deutsche Bank beteiligt sich als einziges deutsches Geldinstitut an der Initiative.

Erarbeitet wurden die am Montag in Zürich vorgestellten Grundsätze für Privatbanken mit Hilfe der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International (TI). "Ziel des Prozesses war es, Grundsätze zu formulieren, die es korrupten Personen erschweren, ihre unrechtmäßigen Gewinne ins weltweite Bankensystem einzuschleusen, sagte TI-Präsident Peter Eigen.

Die Richtlinien regeln unter anderem die Identifikationspflicht der Banken bei der Eröffnung von Konten für Privatkunden neu. Gelder von Politikern, Parteifunktionären und Topmanagern staatlicher Unternehmen sollen von den Banken einer besonders genauen Kontrolle unterzogen werden. Alle Unterlagen, die im Zusammenhang mit einem Geldwäsche-Verdacht stehen, müssen mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt werden.

"Deutsche Bank" als einziges deutsches Geldinstitut beteiligt

Außer der Deutschen Bank haben sich die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse, die Citibank, J.P. Morgan, die französische Société Générale, HSBC, die Chase Manhattan Corporation, Barclays Bank, die Banco Santander Central Hispano und die ABN AMRO Bank der Initiative angeschlossen. Die beteiligten Banken erwarten, dass sich demnächst weitere Finanzinstitute der Initiative anschließen.

Mit den neuen Richtlinien werde es deutlich schwieriger, Schmiergeldfonds zu schaffen und im regulierten Finanzmarkt Korruptionsgelder einzuschmuggeln, stellte der Vorsitzende der OECD-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der Korruption, Mark Pieth aus der Schweiz, in Zürich fest. Vor allem die Schweizer Banken waren in den vergangenen Jahren immer wieder wegen Geschäftsbeziehungen zu korrupten Staatschefs in die Kritik geraten.

Quelle: RPO Archiv

 
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